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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
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Genie vorhanden war, zu einer richtigen Antwort führen.Ist nicht bei Cornelius eine ähnliche Wahrnehmung zumachen? Dieser Künstler hat uns die großen altdeutschenMythen im Nibelungenlied, die griechischen in seinen Bil-dern aus dem trojanischen Krieg und die christlichen inseinen Bibelgemälden ohne eine umfangreiche Gelehrsamkeitso mächtig, gewaltig, ergreifend wiedergegcben, erklärt underläutert, wie es nimmer von einem Philologen geschehenist. In derselben Weise findet sich schon früh bei demjungen Rethel die historische Intuition. Sein Geist erweistsich sofort vom Geiste der Geschichte befruchtet. An welcheGegenstände wagt sich nicht schon der Knabe! Es findGegenstände, in denen der Geist der Menschheit weht.Welche Aufgabe, in erster Jugend die Einführung desChristenthums in Deutschland zu malen! Welche Kühnheit,diesen wichtigen culturgeschichtlichen Stoff sogar in ency-klischen Bildern zu gestalten!

In die Zeit seines düsseldorfer Aufenthalts fallen auchdie Zeichnungen zu dem „Rheinischen Sagenkreis" von Adel-heid von Stolterfoth. Es ist zu bedauern, daß dieselbenmittelmäßig lithographirt sind, sonst würden diese Illustra-tionen in unfern Tagen nicht schon so gut wie verschollensein. Das genannte Heft ist bei Jügel in Frankfurt 1835erschienen und enthält außer einem Titelblatt, welches denrheinischen Gesang symbolisirt, zwanzig Zeichnungen zuSagen aus nnserm Stromgebiet, nämlich Frauenlob's Tod,Ritter Brömser von Rüdesheim, Kaiser Heinrich IV. inBingen, den Mäusethurm, die sieben Wächter, die Brautvon Rheinstein, des Rheinberger'? Grab, den PfalzgrafHermann von Stahleck, Burg Gutenfels bei Caub, die

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