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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
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nach Italien, der lieblich idyllisch behandelt ist. Man siehtlauter fröhliche Gestalten, die mit Staunen das reiche Landunter sich begrüßen. Alboin reitet zu Pferde in der Mitte,Rosamunde, die Königin, folgt mit dem Kinde. Ein Knabegreift nach einer fremden Frucht und wird von seiner Mutterfortgezogen.'

Von manchen andern Zeichnungen läßt sich die Zeitder Entstehung nicht mit Bestimmtheit Nachweisen. Ver-muthlich gehören aber in dieselben Jahre noch eine Anzahlvon Arbeiten, deren Inhalt mehr jenem Felde der Ge-schichte angehört, welche gewissermaßen der volksthümlichenPoesie verfallen und in Liedern und Balladen behandeltist. Die jungen düfseldorfer Künstler arbeiteten .nämlichdamals hauptsächlich nach der Dichtung. So mag dennauch wol der Fall Adolfs von Nassau in jenen Tagenentstanden sein. Der unglückliche Kaiser stürzt, den Todim Antlitz und vergebens das Schwert ziehend, vom Pferde,das gleichsam zusammenbricht, nachdem ihm ein Kriegerdas Messer in den Bauch gerannt hat. Von allen Seitendringen Lanzen und Schwerter auf ihn ein. Unter denFeinden befindet sich ein Krieger, der mit einem Hornstoßden Sieg verkündet. Sollte nicht eine andere Zeichnungsich gleichfalls auf Adolf von Nassau beziehen, der, wiedie Sage erzählt, von seiner Geliebten Jmagina auf demSchlachtfelde gesucht und gefunden wird? Wir sehen ansdiesem Blatte ein Mädchen, das vor einem sterbendenKrieger steht, dessen brechendes Auge sich mit letzter An-strengung nach ihm wendet, indeß sich seine Hände imTodeskrampfe ballen. Sie starrt thränenlos ans den Ster-benden, ihre Haare flattern aufgelöst um die hohe Stirn.