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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Felde, den aus der Mauer aufsteigenden Löwen, den geviertetenschwarz-weissen Holienzollernscliild , den weiss-rot bordiertenLöwen und den Brandenburgischen Adler: Wappen, die einenHolienzollernfürsten als denErzeuger des Kelches erweisen.Möglich, dass wir hier den Kelch vor uns haben, den Albreclit

bei seiner Primiz gebraucht hat und der nur mit seinenan-

geborenen Wappen, ohne die Wappen der Stifte, geschmücktwar').

Und mehr noch als diese wenigen Gegenstände befandsich damals in Mainz. Dort hat noch im Jahre 1716 der umdie Geschichte Halles verdiente Johann Peter von Ludewigdie aus Halle stammenden heiligen Kleinodien und Reliquiengesehen, die im Yolksmunde noch der Schatz ErzbischofAlbrechts. geheissen haben. Die Zahl der Bilder, Arme, Beine,Köpfe, der Kisten, Becher, Bäume, Kreuze, Fahnen, Tafeln,Tücher (vela), Schwerter, Bücher, Hirtenstäbe und verschiedeneranderer goldener und silberner Gegenstände sei doch sicher-lich 300 gewesen und ihr Wert habe mehrere Tonnen Goldes

betragen 2 ). 'Was jedoch damals noch vorhanden war, dasging in den Kriegsjahren zu Ende des vorigen und zu Anfangdieses Jahrhunderts durch Verschleppung, durch Plünderungund durch Ein Schmelzung zu gründe 3 ).

So finden wir nur in Stockholm noch einige Kleinodien, dievon Allbrecht und seinem Halleschen Stifte herrühren, inAschaffenburg sind die Vischersclien Werke, der Margareten-sarg, eine Anzahl Gemälde und die kostbaren Miniaturcodicesvorhanden, und in München befindet sich das GriinewaldscheGemälde mit seinen Flügeln und etwa noch jener eben be-schriebene Kelch. Alles übrige ist verschwunden oder doch imDunkel verborgen. Möge es gelingen, noch ein oder das andreKleinod aus seinem Versteck hervorzuziehen und vielleicht aufgrund der in vorliegender Abhandlung gegebenen Nachrichtenals ein Überbleibsel des Halleschen Heiligtums nachzuweisen!

1) Beilage 37, S. 163*.

2) Ludewig-, Beliquiae mss. V (1723) praef. p. 7, auch abgedruckt inden Magdeburger Geschichts-Blättern II 156. Er hat die Schätzeanteseptennium zu Mainz gesehen, ist aber der irrtümlichen Ansicht, dass sievom Neuen Werk stammen. Auch Dreyhaupt I (1749) S. 851 sagt, dassder Schatz noch zu Mainz in der Domkirchebehalten und gezeiget werde.

3) Werner, Der Dom von Mainz I (1827) S. 347 f.