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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Sommer 1552 weilte Markgraf Albrecht Alcibiades selbst längereZeit zu Mainz, und seine rohen Horden, die namentlich dieInstitutionen der katholischen Kirche, wo sie nur konnten, ver-spotteten, werden die Schätze des Doms nicht unversehrtgelassen haben 1 ). Aschaffenburg aber hatte damals eine Brand-schatzung von 18 000 fl. aufzubringen; man sah sich genötigtauch etliche Kirchengefässe zu verkaufen, unter denen wir diesilbernen übergoldeten Bilder der Jungfrau Maria und Johannesdes Täufers und vielleicht auch eine der Monstranzen wieder-finden, die Albrecht noch im Jahre 1543 dem Stift geschenkthatte 2 ). Im 30jährigen Kriege haben alsdann die Schweden,wie Scliniitgens Funde deutlich beweisen, die Mainzer Schätzegeplündert. Doch noch hatten sie nicht gänzlich mit demDomschatze aufgeräumt: ein bei May (S. 562) citiertes Inven-tar von 1696 führt noch eine ganz goldene Hostienbüchse mitAlbrechts Wappen an, einen goldenen Kelch, an dessen Fusseein Crucifix, mit Perlen, Rubinen und Diamanten besetzt, unddie Wappen des Erzbischofs sich befinden, dazu eine Pateneund ein Löffelchen,' ferner ein goldenes Lavoir mit Kanne,einen perlenbesetzten Processionshimmel und eine von Edel-steinen und Perlen funkelnde Mitra, die in der Reichen Kapellezu München aufbewahrt werden soll. An Ort und Stelle giebtman allerdings an, dass die beiden dort vorhandenen Mitren ausSpeyer stammen, doch ist vielleicht ein ebenda aufbewahrtervergoldeter Kelch mit dem hier verzeichneten identisch: seineCuppa hat eine massig grosse Öffnung, der Knauf ist mit6 Noduli geziert, während der Fass 6 runde Felder aufweist,von denen das eine von einem mit Perlen und Edelsteinengezierten Crucifix überdeckt wird, während die anderen inEmail 5 Wappen aufweisen: einen roten Greifen in weissem

1) Cf. die Schilderung in den Chroniken deutscher Städte 18, MainzII 123.

2) Es waren: 1 silberner Weihkessel mit Schwengel, 1 silbernes Rauch-fass, eine grosse und eine kleinere vergoldete Monstranz, 3 Kelche und2 Messkännlein, ein Brustbild beatae virginis mit Krone und Scepter, diesilbernen und vergoldeten Bilder Mariä und Johannis Baptistä, ein über-goldetes Brustbild des Kirchenpatrons Alexander (= Beilage 25, Nr. 4G ?),2 kleine silberne Leuchter. Das Gewicht dieser Gegenstände betrug135 Mark 11 Lot, für die Mark erhielten sie 1016 11. J. May imArchiv des hist. Vereins für den Untermainkreis IV, 2, S. 111.