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Doch die Mehrzahl der Halleschen Kleinodien und Reli-quien gelangte nach Mainz. Noch einmal goss Luther dieganze Schale seines Spottes über den Heiligtumsschatz aus.Es sei, so schreibt er in seiner „New Zeitung vom Rein“ r ), einMandat im Mainzer Bistum ausgegangen, nach welchem Albrechtdie Reliquien, die er zu Halle gehabt, aus merklicher Ursacheund Eingeben des heiligen Geistes nach Mainz transtulierthätte, woselbst sie alljährlich am Sonntag nach Bartholomaei 1 2 3 )gezeigt und unter Gewährung grossen Ablasses verehrt werdensollten, „auf dass die lieben Rheinländer den armen ent-blösseten Knochen wieder wollten ■ helfen zu neuen Kleidern:denn die Röcke, so sie zu Halle gehabt, sein zerrissen, undwo sie länger zu Halle blieben, hätten sie daselbst erfrierenmüssen“. Und zu dem Halleschen Bestände seien noch etlicheStücke hinzugekommen, wozu Papst Paul III. sonderlich grossenAblass gegeben habe: unter anderem ein schön Stück vomlinken Horn Mosis, 2 Federn und 1 Ei vom heiligen Geist,ein ganzes Pfund von dem Winde, der vor Elia vorüberrauschete in der Höhle vom Berg Horeb, u. s. w. Auch habeihm ein guter Freund gesagt, der Cardinal wolle zu solchemHeiligtum in seinem Testament bescheiden „ein ganzes Quent-lein von seinem treuen frommen Herzen und ein ganzes Lotvon seiner wahrhaftigen Zunge“, wozu vom Papst ganz be-sonderer Ablass bereits erlangt sei für den, der solchesHeiligtum mit einem Gulden ehren würde.
Einst hatte der Dichter 3 ), zum Cardinal gewandt, ge-sungen:
Congeris ossa, pater pie, tu sanctissima divum,Antiquare potest quae non fortuna maligna:jetzt waren diese Reliquien einem grossen Teile des deutschenVolkes zum Gespött geworden. —
Durch sein Testament hatte Albrecht festgesetzt, dassvon dem Heiligtumsschatze nichts veräussert werden solle.Doch aufs neue nötigten ihn die Schulden, auch den Restdessen, was er aus Halle gerettet hatte, noch zu vermindern.
1) Zuerst herausgegeben von Scliwetschke, Halle 1841, jetzt de Wette-Seidemann, Luthers Briefe ete. VI 321.
2) 24. August: also ein wenig früher als seiner Zeit in Halle.
3) Tnberinus (s. o. S. 272).
Redlich, Cardinal Albrecht.
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