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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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fordert das Domkapitel auf, falls es an der Einholung derselbengehindert würde, die Halleschen des Friedensbruches beimkaiserlichen Kammergericht zu verklagen. Die Chronikenberichten denn in der that, dass das Magdeburger KapitelGlocke und Orgel entführt hat, die erstere am 9. Juli 1541 1 j.

Noch heute soll die grosse Glocke des Halleschen Stiftesauf einem Turme des Magdeburger Domes hängen. Sonst aberbirgt dieser Dom keine Erinnerung an Albrecht, dagegen istim Halberstädtischen noch ein Teppich von rotem Sammet,durch ein Granatapfelmuster von gelber Seide belebt und mitden Wappen des Cardinais (Brandenburg, Pommern, Hohen-zollern) wie der drei Stifte Magdeburg, Mainz und Halberstadtgeschmückt, sowie eine Anzahl von Ornaten vorhanden.

Bei weitem die Mehrzahl der Wertgegenstände aber istnach der Mainzer Diöcese gewandert. Schon das TestamentAlbrechts von 1540 führt ausser einzelnen Gegenständen ganzeVerzeichnisse an, die für das Mainzer Domkapitel bestimmteWert- und Kunstsachen enthalten: jenes schon erwähnte Ver-zeichnis A mit den Kleinodien und Reliquien, eins mit B ge-zeichnet mit Pontifikalien, eine Lade, deren Inhalt an Ornaten,einem Messbuch wohl dem Glockendonschen und andernBüchern, Kelchen und anderem in einem Inventar F aufge-führt ist, und schliesslich alle nicht ausdrücklich namhaft ge-machten Gemälde, sowie die Bibliothek Albrechts, die, wiewir sahen, wenig später um die Stiftsbibliothek vermehrtwurde. Einige verstreute Bücher der ehemaligen MainzerDombibliothek, namentlich in Gotha und München, weisen durchihren Inhalt oder durch Aufschriften noch deutlich auf ihreHerkunft aus Halle hin 2 ). Von den Gemälden allerdings, soAvievon Reliquien, Ornaten, Teppichen soll auch Etliches nach

1) Summarische Beschreibung fol. 62. Olearius 253. Das Datumgiebt die Chronik des Georg Breitfnss an, aus der P. A. Eckstein imHöllischen patriotischen Wochenblatt auf das Jahr 1840 Auszüge mitteilt;hier cf. daselbst S. 293.

2) Die Nachricht, dass Wallenstein eine bischöfliche Bibliothek zuHalle seinem Schwarzkünstler Pinovius geschenkt habe, bezweifelt schonDreyhaupt (II, 219 unten). Über die Mainzer Dombibliothek cf. FranzFalk, Die ehemalige Dombibliothek zu Mainz, XVIII. Beiheft zum Central-blatt für Bibliothekswesen, 1*897.