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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Fastenmesse zu erlangen. Obwohl sich Herbrot bis zu einerdefinitiven Entscheidung des Cardinais freie Hand Vorbehaltenhatte, behauptete Al brecht bald danach, Herbrot habe sichverpflichtet, unter allen Umständen das Kreuz anzimelmienund in der Tliat war dieser Punkt im Vertrag undeutlich aus-gedriickt, zudem aber sei auch die Obligation über dieSchuld gefälscht. Herbrot legt dagegen dar, dass er über-haupt nicht so vermögend sei, um das Kleinod allein zukaufen, sich daher erst mit andern habe besprechen müssen,und dass, was den zweiten Punkt anlange, Al brecht die Be-zahlung der Schuld bis zur verflossnen Michaelismesse ver-sprochen habe und dessenmehrmals ohne Abrede gewesensei. Unter diesen Umständen erklärt er es für unmöglich, denKauf anzunehmen, teilt jedoch zugleich dem Cardinal mit, dasseinige seiner Freunde bereit wären, das Kreuz zur nächstenFastenmesse zu kaufen, wenn es der Cardinal bis dahin er-ledigen könne, und unter der Bedingung, dass die Summe, dieer Herbrot schulde, mit angerechnet werde. Da sie mit baremOelde bezahlen wollen, hofft Herbrot, Albrecht werde dasKleinod um 37 OüO fl. liergeben. Doch auch dieser Vorschlagscheiterte. Im Mai 1535 ist nicht mehr von dem Kreuze dieHede, doch Herbrot kann auch keine Bezahlung erlangen undwendet sich an den sächsischen Kurfürsten mit der Bitte, ihmzu dem Seinen zu verhelfen. Ob er Erfolg hatte, wissen wirnicht ] ).

Das Kreuz aberes wird erwähnt, dass der Holzschuherum seinen Verkauf bemüht gewesen ist hat Albrecht nebstandern Kleinodien seinem Kämmerei' (Kammerdiener.) JohannJordan von Hertzheim im Jahre 1535 mit nach den Nieder-landen gegeben. Mit diesem Kreuze 1 2 ) hat Hertzheim, bevorer es zum Verkaufe bot, mancherlei Veränderungen vorge-nommen, namentlich das Portrait Albrechts und sein Wappenentfernt, letzteres, das im Pass des oberen Kreuzesarms an-gebracht war, durch das getriebene Bild einer allegorischen

1) Keila ge 2 81).

2) Es ist zwar stets von einemKleinod die Rede, ja dies Wort istzweimal ausKreuz corrig'iert, doch wird der Kuss und ein Pass (Drei-oder Vierpass) des Werkes erwähnt, was doch ein Kreuz vorauszusetzenscheint. Über die ganze Angelegenheit siehe Beilage 2 9.