329
Um die’Wende den 1530er und 40er Jahre hatte derCardinal überall im ßeich massenhafte Schulden. Fürsten desReiches, wie der Herzog von Baiern, der Herzog von Liegnitz,der Landgraf zu Leuchtenberg, der Bischof zu Merseburg,ferner die Magistrate der Städte Halle 1 2 ) und Nürnberg, dieHandelshäuser der Welser und der Pimmel s ) zu Augsburg, derPünzing zu Nürnberg, Privatpersonen wie Sebald Kobergerund Bonaventura Furtenbach in Nürnberg, die Juden Saul inBingen, Beer und Salonion in Frankfurt: sie alle und nocheine grosse Schar anderer waren Albrechts Gläubiger 3 ). Umeinen zu befriedigen, musste der Erzbischof oftmals dieselbeSumme bei einem anderen aufnehmen, so z. B. lieh er 2000 fl.von der Stadt Nürnberg, um den gar zu hartnäckig drängendenHerzog Wilhelm von Baiern los zu werden 4 ). Dieser hattedem Cardinal im Jahre 1529 12 000 Goldgulden geliehen, vondenen er im Jahre 1538 noch 2000 zurückzubekommen hat,deren Bezahlung Albreclit jedoch immer und immer wiederhinausznschieben weiss. Am 11. November 1539 klagt Wilhelm,dass er um dieser einen Zahlung halben fünfmal vergeblichgeschickt habe, nach Frankfurt, Leipzig, Halle und zweimalnach Nürnberg. Endlich im December erhält er das Geld,doch stellt sich dabei heraus, dass Albreclit noch 2000 fl. zubezahlen hat, was im Mai 1540 geschehen soll. Welche Geduldder Cardinal diesem seinem fürstlichen Gläubiger zumutete,zeigt uns die Thatsache, dass 3 4 Aktenstücke über diesen Fallauf uns gekommen sind! 5 ).
Das grossherzogliche Archiv zu 'Weimar . bewahrt eiaAktenstück, in welchem folgende Frage aufgeworfen wird: daes im ganzen heiligen Reich bekannt sei, dass „der Cardinalzu Halle“ über 100 000 Gulden, „ausserhalb des, darein dascapittel zcw Magdeburg gewilliget“, Schulden habe, wofürmancher Graf, Ritter, Edelmann oder Communion sich ver-
1) .Hertzberg 144 N. 4.
2) Letztere werden oft erwähnt in den Schenitz betreffenden Schriftenund Akten.
3) Mgdb. A., Erzst. Mgdb. II 14.
4) Ebenda.
5) Reichsarcliiv München, Mainzer Hochstift No. 6.