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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Rede, Holm und Spott Herrn und Knecht (d. i. Schenitzj darauserfolgen würde!'). Er geriet aber dadurch in eine argeKlemme und musste ernstlich um seinen Credit besorgt sein,ja, um diesen aufrecht zu erhalten, schreckte er nicht davorzurück, zu unlauteren Mitteln, zuheimlichen Praktiken, wieman damals sagte, seine Zuflucht zu nehmen 1 2 ).

Doch die Bauten und ihre Ausschmückung durch allerleiKunstschätze und Kleinodien bewirkten nicht allein dieseSchuldenlast, die sich auf den Cardinal legte, auch seineglänzende Hofhaltung verschlang immense Summen, die sichins Ungeheuerliche steigerten ., wenn er Fürstlichkeiten zumBesuche hatte. So berichtet ein Chronist, dass zum Oster-feste 153(1, als der Kurfürst Joachim II. mit seiner Gemahlin14 Tage in Halle weilte, mehr als 50 000 Gulden verprasstworden seien eine für damalige Zeit ganz respektableSumme, die Geschenke noch ungerechnet, unter denen einegrosse silberne und vergoldete Wiege allein über 100 000 Guldenwert gewesen sei 3 ); und wenn auch diese Summen vermutlichübertrieben sind, so wird doch der Nachricht ein wahrer Kerninnewohnen. Dazu kamen zu wiederholten Malen Kriegs-rüstungen, dann die Reisen des Erzbischofs von einer Diöcesein die andre, besonders kostspielig aber war der Aufenthaltzu den Reichstagen, da hier die Fürsten grossen Prunk zuentfalten pflegten und Albrecht nicht hinter den andern zuriick-stehen mochte; so soll der Augsburger Reichstag des Jahres1530 50 bis 60 000 fl. gekostet haben 4 ). Gar manche andreunvorhergesehene Ausgabe kam noch hinzu so musste derCardinal an den schwäbischen Bund, als seine Leute im Bauern-aufstand zwei Tage nach dem befohlenen Termin ankamen,32 000 fl. Strafe zahlen 5 ) und verarschten neue Schulden.

1) Beilage 27, Brief vom 1. Mai 1532

2) Ebenda, Brief vom 9. .Januar 1532. In A. Schenitz Warhafftigembericht heisst es Blatt® IV h: der Cardinal habenicht unterlassen kiinnenund meinen seligen lieben bruder mit S. K. F. G. heimlichen geschefftenund practiken beschwert und inen eine merckliehe summa auffzunemen undwiderumb auszug-eben vermocht, laut meines bruders seligen register,welches ich der lroheit und des cardinals fürstlichen Standes zu ehren hiezu erzelon unterlassen wil.

3) Summarische Beschreibung fol. 44.

4) Hertzberg 105.

5) Oarion an den Herzog von Preussen, Voigt, Briefwechsel S. 150.