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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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den Seiten, an den Pfeilern der Architektureinfassung, tragenConsolen Statuetten der Apostel Petrus und Paulus. Ranken-werk mit Putten und ähnlichen ornamentalen Figuren umgiebtdas Ganze. Die Rückwand besteht in einer gleichfalls goldenenPlatte, welche die Handhabe trägt. Schön gezeichnetes Laub-werk mit zwei Putten in Gravierung umgiebt ein rundesMedaillon, welches das auf der Rückseite eines Glases gemalteWappen Albrechts zeigt. Dieses, mit den Insignien (Schwert,Kreuz, Bischofsstab) und dem Cardinaishut versehen, bietet9 Felder, von denen das mittelste durch die Wappen der dreiStifte, voran das Magdeburgische, gebildet wird. Das Werkist durchaus im Stile der Renaissance ausgeführt, und dieeigenartige Technik lässt Schniitgen einen süddeutschen Künstlerals Schöpfer desselben vermuten. Das Wappen lässt die ehe-malige Zugehörigkeit des köstlichen Kleinods zum HalleschenHeiligtum als rvahrscheinlich erscheinen: vielleicht hat Albrechtdasselbe seinen Kölner Collegen zum Andenken mitgegeben,als ihn dieser im Oktober 1536 zu Halle besuchte). Auchdieses Werk rvird, da es im Liber Ostensionis nicht vorkommt,wohl nach 1526 entstanden sein.

So sehen wir den Cardinal noch fort und fort um dieAnschaffung neuer Kleinodien bemüht. Zwar ist uns in denmeisten Fällen, in denen wir eine Kunde von solchen Er-werbungen und Bestellungen erhalten, nicht bezeugt, dass diebetreffenden Gegenstände für Halle und das Neue Stift be-stimmt sind, doch da wir gesehen haben, wie Albrecht in derersten Hälfte der zwanziger Jahre die Kunstwerke, die eranfertigen liess, fast ausschliesslich dem Stifte zuwandte, wieer noch 1531 eine ganze Ladung von Kleinodien nach Halleschickte, die mindestens zu ihrem grössten Teile für das Stiftbestimmt waren (S. 303), so dürfen wir annehmen, dass auchjetzt seine Fürsorge in dieser Beziehung, wenn sie auch etwasnachgelassen haben mag, doch nicht aufhörte, zumal dieselbein wirtschaftlicher Beziehung, wie wir früher gesehen, demStifte auch in dieser Zeit in reichstem Masse zu teil wurde.

Im Liber Ostensionis hatte man Raum gelassen zu Ein-tragung und Abbildung neu erworbener Werke, aber leider ist

1) Summarische Beschreibung fol 48.