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ist jedoch ein sankt Moritz mit der Fahne in der Hand alsBekrönung von Kleinodien verschiedener Gestalt zu sehen (VI,58. und VIT, 31. gehören der Spätgotik an, VI, 29. und IX,3., von denen das letztere auch Albrechts Wappen aufweist,sind prächtige Renaissancewerke).
Eine der 11 OOO Jungfrauen aus der Gesellschaft der h.Ursula war die h. Margareta, deren Skelett der den Lesernin seiner äusseren Gestalt bereits bekannte Margaretensargenthielt. An diesen knüpft sich ein ganzer Sagenkreis an.Albreclit bewahre, so wurde erzählt, in diesem Sarge die Ge-beine seiner Geliebten, einer Mainzer Bäckerstochter, derenNamen Margarete oder Magdalene Eiidinger loder Riedinger)gewesen sei. Sie soll den Cardinal um das Jahr 1525 verhin-dert haben, gleich seinem Vetter in Preussen in den welt-lichen Stand zu treten und zu heiraten 1 !, was zwar Luthereinmal für möglich hielt, woran aber Albreclit schwerlich je-mals gedacht hat. Ja neuerdings hat Rieh. Muther sogar ihrTodesjahr (1536) wissen wollen 2 ). Ihr Bild meint man aufden meisten Darstellungen weiblicher Heiliger, die auf Al-brechts Veranlassung gemalt worden sind , zu erblicken, undwaren mehrere Frauen auf einem Bilde vereinigt, so wussteman noch einige andere Namen von Geliebten des Cardinaiszu neunen 3 4 ). Man erzählte von einem „Bischofsbett“, das fürAlbrechts heimlichen Verkehr mit ihnen im Hause des HansSchenitz zu Halle bereit gestanden habe, und führte den Sturzdieses Giinstlings des Cardinais darauf zurück, dass er miteiner italienischen Sängerin, die er seinem Herrn zuführensollte, intime Beziehungen angeknüpft habe' 1 ). So waren vorallem die protestantischen Forscher geneigt, den Cardinal alseinen durch und durch sittenlosen Menschen abzuurteilen, zu-mal sie denselben stets mit den Augen Luthers betrachteten,den sein heftiges Temperament dazu verleitete, seinem per-sönlichen Gegner die gröblichsten Schimpfworte an den Kopfzu werfen, von denen „Scheissbischof“ noch nicht einmal das
1) 0. Becker im Kunstblatt, krsg. von Ilugler, 1846, S. 129.
2) G-reuzboten 1884, 2. Quartal S. 593.
3) Cf. besonders Seibt, II. S. Bekam S. 23 Nr. 1.
4) Dreykaupt II 361.