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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Albreclit zusammen gebracht waren. Die nur im Heiligtums-buclie erwähnte silberne Statuette dieses Heiligen — dessenVerehrung übrigens mit Unrecht vielfach als eine Huldigungseitens Albreclits für den Humanisten Erasmus dargestelltworden ist 1 ) — trägt Albreclits Wappen, Albreclit hat, siealso doch wohl erst anfertigen lassen. Endlich ist auch ein„sanct, Ursulen Brustbild“ mit dem Wappen und dem Portraitdes Cardinais geschmückt (L. 0. VIII, 4.), und das schon er-wähnte „Schiff“ mit Reliquien derselben Heiligen (VIII, 17.)kann seinem Stile nach — es ist ein prächtiges Renaissance-werk — nur erst der Zeit Albreclits angehören, während einsilberner Arm des Protomartyrs Stephanus, den Albreclitwenigstens später unter seinen „Patronen“ mit nennt (cf.Kap. III, S. 188, bei Besprechung der 6 AschaffenburgerFlügelbilder) die Jahreszahl 1516 aufweist. Ein silbernesBild sanct Stephans kommt nur im Heiligtumsbuche vor (H.H. VI, 5.), ein zweites aber, ein Brustbild, liess Albreclit, wieerwähnt, zusammen mit dem des h. Mauritius im Jahre 1533anfertigen.

An gar manchem andern Reliquienbehälter aber , der fürdie Stiftskirche bestimmt war, liess der Cardinal die Statuet-ten der Stiftspatrone als Zierrat anbringen. So finden wir aneiner herrlich gearbeiteten silbernen und vergoldeten Monstranz„auf den Seiten sanct Moritz und sanct Maria MagdalenenBilder“, während eine ganz ähnliche ebenso prächtige Mon-stranz von ganz demselben ausgeprägtesten Renaissancestile„auf den Seiten sanct Erasmus’ und sanct Johanns des Evan-gelisten Bilder“ aufweist (L. 0. VI, 55. u. 54.), an einer drit-ten Monstranz aber von spätgotischen Formen erblicken wiroben unter einem Baldachine den h. Augustin, zu beiden Sei-ten Mauritius und Ursula (VI, 51). Mit besonderer Vorliebe

1) Nach A. Wolters’ Darstellung (Der Abgott zn Halle S. 30 f.; danachAlbertz S. 12, Hertzberg S. 32) müsste man annehmen, Albreclit habe denBischof Erasmus, der allerdings schon in der Legende als derjenige, derden h. Mauritius getauft, vorkonnnt, geradezu erst zum Heiligen erhoben.Doch wurde der h. Erasmus bereits im Mittelalter verehrt, wie die Dar-stellung seines Martyriums auf Gemälden (ein bekanntes z. B. von DirkBouts) darthut. Auch würde sich der Glossator Stiirll (Hallesches Trutz-Romvon 1521) bei der Erwähnung dieses Heiligen (S. 8 u. 8. 10) die. Gelegenheitnicht haben entgehen lassen, auf diesen Zusammenhang hinzuweisen.