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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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schlimmste ist 1 2 3 ). Nach der Art, mit der Luther in jenemBriefe des Decembers 1521 gelegentlich der Gefangennahmedes verehelichten Priesters durch Albrecht von den Hurender Bischöfe spricht, und der Antwort des Cardinais, der vonsich gesteht, er sei so wohl ein unnützer stinkender Kot alsirgend ein anderer, wo nicht mehr, scheint es allerdings, dassAlbrecht in puncto Yeneris kein reines Gewissen hatte. Dochwar das Concubinat damals unter der Geistlichkeit so allge-mein verbreitet, dass noch im Jahre 1542 Albrecht von seinenPriestern sagen musste, sie seien alle Concubinarier, und dasswenig vorher (1540) der päpstliche Nuntius Morone klagte,die Bischöfe seien schwach im Widerstand gegen die neueLehre, aber stark im Poculieren und Concubinieren a ). Wennauch bereits die Dunkelmännerbriefe die schlimmsten Aus-wüchse dieses Treibens mit scharfem Spotte geisselten, sonahm man doch an dem Verkehr der Geistlichen mit dem an-deren Geschechte an sich damals noch kaum Anstoss. Sehenwir doch auch an Huttens Beispiel, wie wenig man in jenenTagen aus seinen geschlechtlichen Sünden ein Hehl machte.Erst infolge der Bekämpfung dieses Übelstandes durch Lutherund die Seinen ging man auch von katholischer Seite dagegenvor. Dass es aber Albrecht toller getrieben habe als seineCollegen, dafür fehlt uns jeder Anhalt. Luther hatte ihn, mitdem er gleich bei seinem ersten Auftreten in Collision ge-raten war, nur besonders ins Auge gefasst und hatte Gelegen-heit, über das Treiben in Halle häufige Nachrichten zu erhal-ten. Wenn Luther aber in seiner Schrift „Wider den Bischofzu Magdeburg Albrecht Cardinal, 1539“ a ) anführt, „dass HansSchenitz nicht hat können antworten, wieviel tausend Guldendem Cardinal sind auf seine öffentliche Hurerei oder Ehe-brecherei gangen , in seinem Hurenhaus auf der Moritzburgund sonst“, so fällt andererseits auf, dass diese Beschuldigunggegen Albrecht in den beideii sachlicher gehaltenen Schriftendes Anton Schenitz mit keinem Worte berührt sind. Jene

1) Luther an die Kirchengemeinde zu Wittenberg, aus dem Erlass widerMgr. Simon Lemnius, de Wette-Seidemann, Luthers Briefe etc. VI S. 200(16. Juni 1538).

2) Nimtiaturberichte Morones: Lämmer, Moimmenta Vaticana 1861,S. 412. 275.

3) Luthers Werke, Erl. Ausg. Bd. 32, S. 41,