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das der Kaiser „unserm gnädigsten Herrn gegeben“, wie esim Liber Ostensionis (VII, 10.) lieisst.
Des Kaisers Schwester, Kunigunde, die Gemahlin HerzogAlbrechts IV. von Baiern, hatte dem Cardinal, wie uns derLiber Ostensionis berichtet , ein silbernes Bild des ApostelsAndreas verehrt (V, 9.) J ). Das am Fusse angebrachte Wap-pen zeigt im 1. und 4. Felde des gevierteten Schildes einenLöwen in Schwarz, das 2. und 3. Feld erfüllen blau undweisse Wecken: es sind die Zeichen Baierns. Ein zweitesWappen mit der sächsischen Bautenkrone ist man jedochversucht, entgegen dem Wortlaute des Textes auf ErzbischofErnst als Empfänger des Geschenkes zu deuten — zumal einsilbernes Andreasbild auch in beiden Verzeichnissen seinesNachlasses (Beilagen 22 und 23) vorkommt — und anzuneh-men, dass der Passus im Texte, das Kleinod sei, „unseremgnädigsten Herrn geschenkt“ worden, aus alten Verzeich-nissen Ernsts sinnlos abgeschrieben und die später beigefiig-ten Worte „dem Cardinal“ von einem Unkundigen oder Fäl-scher herrühren 1 2 ). Das erstbeschriebene Wappen aber findenwir genau so wieder an einem Postamente einer kleinen sil-bernen Gruppe der Krönung Mariä (L. 0. III, 16.), währendam andern Postament ein zweiter Schild den weissen Balkenin rotem Felde des Hauses Oesterreich anfweist, wogegen wiran einem silbernen Bartholomäusbilde (V, 6.) diese beidenWappen in einem vereinigt finden: auf gespaltenem Schildebefindet sich rechts oben der gelbe Löwe in Schwarz, untendie blauweissen Wecken, links aber der weisse Balken in Bot:kein Zweifel, dass auch in diesen beiden Fällen die kaiser-liche Schwester die Schenkgeberin war. Auch dürfen wirvielleicht hier Albrecht als Empfänger der Eeliquien anneh-men, da die Fürstin erst 1520 gestorben ist.
Ein weiteres Geschenk war das „schöne grosse silberne
1) I)er Text des L.O. schliesst: welchs heyligtbumb keyser Maximilianussekwester, eyn hertzogin voini Beyern, hertzog Albrechts gemahel, unsermgnedigstenn hern dem card. geschanct („dem card.“ ist späterer Zusatz).
2) Danach könnte auch das eben erwähnte Gang VII, zcum 10 ten , einGeschenk für Ernst gewesen sein. — Übrigens kann hier (V 9.) an einHeiratswappen schon wegen des Textes nicht gedacht werden. Für dassächsische Wappen wird sich schwer eine andre Erklärung finden lassenals die im Text gegebene.