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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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um ihrer Herkunft willen geschätzten Reliquien auch beson-ders kostbare und formschöne Behälter anfertigenliess: in derthat sind die beiden alabasternen Monstränzlein, die einandersehr ähneln, vorzügliche Kunstwerke edelster Renaissance, wiesie nur erst in der Zeit Albrechts geschaffen werden konnten.

Auch ein Geschenk Papst Julius II. beivahrte die Stifts- ,kirclie, doch ist der Empfänger desselben selbstverständlichbereits Erzbischof Ernst gewesen (L. 0. VI, 16.), währendeine weitere Erinnerung an einen Papst noch früherer Zeitangehörte: in einer sammetüberzogenen Tafel Avareyn schongros agnus dej inn der mitte, unter welchem sich die In-schriftInnocentius pp. VII (14046) befindet.

Den Erzbischof Ernst hat auch der Kaiser Maximilian zuAviederholten Malen beschenkt, wie die Anbringung des kaiser-lichen Wappens und der Inschriften , oder auch Notizen derHeiligtumsverzeichnisse darthun (L. 0. II 15. vom Jahre 1510,II 45 = H. H. II 30., und L. 0. III 2., cf. die Noten v.Türeys S. 58 u. 59) 1 ). Doch auch Albrecht konnte sich nocheiniger Geschenke dieses Kaisers rühmen. Zu Albrechts Car-dinalsernennung auf dem Augsburger Reichstage (1. August1518) liess der Papst dem neuen Cardinal Hut und Kleid sei-ner Würde, dem Kaiser aber einen mit Gemmen , Gold undEdelsteinen gezierten Hut und ein Schwert mit vergoldeterScheide überreichen: dies schickte der Kaiser mit andern Ge-schenken dem neuernannten Cardinal zu. So erzählt Hutten 2 ),und so giebt auch das Heiligtumsbuch in Kürze an, als es(Gang I, 2.) diesessilberne vergoldete benedicierte Schwertunter dem Heiligtum der Stiftskirche mit anführt, währenddie Abbildung (Hirth 5) den Namen Leos und die Wappendes Papstes, des Kaisers (dieses freilich incorrekt) und Al-brechts an der Scheide angebracht zeigt 3 ). Ausserdem warein silbernes vergoldetes Bild des h. Martin, stehend, in gan-zer Figur und mit Maximilians Wappen am Sockel, vorhanden,

1) Auch in der 2. Fassung der päpstlichen Bulle von 1519 ist derGeschenke Maximilians ausdrücklich gedacht, s. o. S. 266 N. 3.

2) Brief an Julius Pflugk, Augsburg, 24 . August 1518. Hutteni operaed. Boecking I 186.

3) Im Lib. Ost. fehlt dieses Schwert, doch kehrt es wieder in demBamberger Breviarium unsrer Kirche von 1532, s. o. S. 161.