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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Rupertus zur Vermehrung des Heiligtums beitragen 1 ). AlsAlbreclit eiust zu Nürnberg vernahm, dass die Predigermönchedaselbst Reliquien von einem der unschuldigen Kindlein be-sassen, so erwarb er diese samt dem silbernen, vergoldetenKasten, der sie barg, für 800 fl. 2 3 ). Auch aus Riga bekamAlbreclitetliche Kleinodien s ), und namentlich hatte er in Romseine Leute, die für ihn Reliquien sammelten 4 5 ).

So brachte Albreclit, wie es in einer Urkunde heisst 6 ),nicht allein aus welschen, sondern auch allen deutschen Lan-den mannichfaltiges hochwirdiges Heiligthum und Zierde indie neue Stiftskirche zusammen.

Aber auch an befreundete Fürsten wandte sich der Erz-bischof mit der Bitte um Schenkung der oder jener Reliquie,oder sie gaben ihm, da sie seine Vorliebe für die Heilig-thiimer kannten, solche aus freien Stücken, während mancher

1) Urkunde des Würzburger Archivs, Geistl. Schrank 5/81, 5. Oktober1528: Wyr Margaretha von Coppensteynn eptisclie [= Äbtissin], AnnaPeustin von Stronburg priorin, Catharina Walsstrosserin schriberin undgantz convent dess junckfrawen closters s. Ropricksberg byBingenn bekennen alle semptlich und sonderlich: Nachdem der hoch-wirdigst . . . her Albreclit . . . unss und unsserm closter biss anher vilgnade, woldatt, erforderung und gutz uss vetterlicher mildekeydt manchfeldigerzeigt hatt, dass wir derwegen zu diemuttiger und schuldiger danek-sagung, auch mekrung syner churf. g. andacht, nach gnediger aneforderungund sunderlicher andechtiger begirden, [so] syn churf. g. zu dem lokelichenheiltuni dess lielgen Boperti unssers hochwirdigen patronss lange zyt ge-dragenn, den lincken fuess dess selbigen sancti Boperti mit bewilgung dessgantzen conventz synen churf. g. zu eyner vorehrung bedechtlich, fryhe und

gantz gegeben und zugestalt hahenn. 1528 uff mondag nach sanct

Joronimus dag. Allerdings ist nicht angegeben, dass diese Sckenckungfür Halle bestimmt ist, aber es ist doch wahrscheinlich.

2) Brief eines Ungenannten zu Nürnberg an den Mainzer DomherrnLorenz Truchsess 13. Januar 1541, Mitteilungen aus dem germ. National-museum II 127.

3) Würzb. A., Mainzer Ingrossaturbuch Nr. 62 (Registrum quietanciarum)fol. 7: Quitantz Peter von Blanckenfelts über etlich cleinoter von etwandem ertzbisclioff zu Biega herrurendt. Dat. anno 1526.

4) Brief deshumilis servator Camillus de Leukarijs, scriptor aposto-licus, an Albrecht, dat.Rome die XVII aprilis MDXX: Quiddeinde in per quirendis ac mittendis sacrosanctis reliquijset alijs periiciendis suis [= eius, seil, dignitatis vestrae] rebus egerim, maloreverendissime d. v. libris domini Valentinj familiaris ac procuratoris sue,qui omnia illius negotia summa fide prudentia ac Studio regit, et ex re ipsacognoscat. Mgdb. A., Erzst. M. II 788, fol. 3.

5) Dreyhaupt I 905.