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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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handen (L. O.VII, 8. VIII, 11. = Hirth 48.49.). Beträchtlichist auch die Zahl der Krystallgefässe und Gläser (I 53. 61.VI 33. 53. VII 25. 27. 28. 40. 46 bis 52. IX 1517), zudenen sich eineLucern (Laterne) und 2 Büchsen aus Beryllgesellen. Schon von diesen Reliquiareu lässt die Mehrzahldeutlich erkennen, dass sie ursprünglich zu profanem Gehrauchbestimmt waren; noch mehr ist dies der Fall hei den Bechernund Pokalen zum teil.-alsKopf (runde oder bauchigeGefässe mannichfaeher Art) bezeichnet, deren eine ganzeReihe von verschiedner Form und verscliiednem Material auf-gefiihrt ist. Bisweilen wurde diesen weltlichen Geräten durchzugefügte Zierraten ein kirchliches Gepräge verliehen, indemman etwa den Deckel eines Pokals oder die obere Hälfte einesDoppelbechers mit einem Marienhilde oder einem Crucifixusbekrönte (Hirth 41. 13.). Gern benutzte man auch irgend-welche, womöglich ausländische Raritäten wie Strausseneier wir haben in unserrn Heiligtum deren 4 oder Greifen-klauen 1 ) : jener sonst zu Trinkgeschirren verwandten Hörnerdes Wisent und anderer Tiere hei uns ist nur eine vor-handen zur Bergung der Reliquien, oder man bewahrtediese in sogenanntenPerlenmuttern, geschliffenen Muscheln,genauer Seeschnecken, mit Perlmutterglanz, aus deren Öffnungdann ein Rittersmann oder ein Weiblein hervorragte (VI 49.VIII 33.; etwas anders IX 12. = Hirth 68.). Doch all dieKleinodien von verschiedenster Form und verschiedenstemMaterial einzeln aufzuführen, würde zu weit führen.

Der Aufbewahrungsort für diese Herrlichkeiten war dieKapelle Aller Heiligen, die, wie wir sahen (Kapitel III,S. 174), durch den östlichen Teil des südlichen Seitenschiffesunsrer Kirche gebildet wurde. Zwei Stiftsherrn, die in jähr-lichem Wechsel vom Kapitel besonders dazu abgeordnet waren(deputati ad reliquias), führten gemeinsam mit dem Magisterfabricae den Schlüssel zu dieser Kapelle, und alle drei hattendieselbe aufzuschliessen, so oft Reliquien daraus entnommenwurden, um auf den Altären aufgestellt zu werden. Denn anden Festen der Kirche und den Tagen wenigstens der be-deutenderen Heiligen wurden, wie uns das Breviarium von 1532

1) Über Greifenklauen cf. den Aufsatz von Rosenberg in der Zs.Kunstund Gewerbe 1887.