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des Wittenberger Heiligtumsbuches und andern CranachisclienHolzschnitten, sodass man sie der Crauach’schen Werkstättezuweisen möchte. Terey nimmt als ihren Autor einen GehilfenCranaclis an und hält ihn für identisch mit einem derKünstler, die man unter dem Collektivnamen Pseudo-Griinewaldzusammengefasst hat, und zwar speciell mit jenem, dem erdie Gemälde mit der h. Magdalena und dem li. Stephanus derAschaffenhurger Galerie zuschreibt und für die er einen andernMeister annimmt als für beispielsweise den Erasmus. Wirerinnern daran, dass wir diese Trennung nicht für berechtigthielten (s. o. Kap. IIT, S. 188), und fügen hinzu, dass wirauch diesem betreffs des Heiligtums gewonnenen Kesnltatev. Tereys skeptisch gegenüberstehen. So viel aber hat Tereyevident erwiesen, dass mehrere Hände an dem Werke beteiligtwaren, dass die Mehrzahl der Schnitte auf Wolf Traut zurück-geht, während ein übriger nicht unbeträchtlicher Teil durchausvon Crauach beeinflusst ist 1 ). —
Von ganz ähnlicher Anlage wie das Heiligtumsbuch istnun auch der grosse handschriftliche Codex derAschaffenhurger Hofbibliothek, den man früher allge-mein als „Mainzer Domschatz“ bezeiclinete. v. Terey, derauch dieses Werk in eben jener vielerwähnten Schrift aus-führlich behandelt und seinen Text, mit Weglassung deshagiologischen Teils, abdruckt, bat auf das Unzutreffende jenerBezeichnung hingewiesen und, da der Codex für unsre Stifts-kirche, den jetzigen „Dom“ zu Halle, entstanden ist, die Be-nennung „Hallescher Domschatz“ vorgschlagen. Aber jüngsthat Friedrich Schneider auch diesen Titel mit Recht ver-worfen, da unsre Stifts- oder Collegiatkirche eben keine Dom-kirche, keine Bischofskirche, ist 2 ). Er schlägt dafür den Titel„Hallesches Heiligtum“ vor, wie der Reliquienschatz im Codexselbst (Terey S. 37) genannt wird, und diese Bezeichnung ist
1) Im einzelnen wird man bei der Zuweisung der Schnitte an die ein-zelnen Künstler schwanken können, in manchen Fällen aber wird manTerey’s Ansicht nicht teilen können. So gehört fol. 21 Sts. offenbar in dieReihe der dem W. Traut zugewiesenen Werke, auch Blatt 4 Rs. möchte ichdiesem zusclireihen, wogegen Blatt 60 Sts. (VI, 8.) ihm ahzusprechen istund offenbar von dem ungeschickten B. lierrürt. 14 Rs. ist vergessen, esgleicht Bl. 15 Sts. (Wolf Traut). Doch das sind nur Beispiele.
2) Hohenzollernjahrbuch I 1897 S. 175.