Druckschrift 
Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

243

PIeiligen aufneununddreyssick thausent mal thausent, tzwei-lmndert mal thausent, funff und viertzig thausent, hundertunnd tzwentzick (39,245,120) jhar, 220 tage, dartzu 6,540,000quadragen berechnet, wozu noch für jede einzelne Abteilung(Gang) ein besondrer Ablass von 4800 Jahren 228 Tagen und800 Quadragenen kommt.Selig seindt, dye sich des teyl-hafftick machen!

Die Wappen Albrechts und Ernsts (Hirth 87 und 86)ersteres in 9 Felder geteilt, in deren mittelstem, dem Herz-schild, unter den Stiftswappen das von Magdeburg voransteht,ohne Cardinaisinsignien bilden den Abschluss des Buches.

v. Terey hat nun vor allem die Frage nach dem Künstleroder richtiger nach den Künstlern untersucht. In früherer Zeitwies man die Holzschnitte zumeist dem Schöpfer des Witten-berger Heiligtumsbuches zu: Lucas danach, doch erklärtensich die beiden Biographen dieses Meisters, Schuchardt (I 155.II 255.) wie M. B. Lindau (S. 168) gegen diese Annahme. Aberauch sie gehen offenbar von der irrtümlichen Anschauung aus,dass ein Künstler das ganze Buch illustriert habe, und hieraufberuht ihr Resultat. Nun ist zwar schon vor Terey auf dasaus W T gebildete Monogramm des Wolf Traut am Fusse derAbbildung einer Petrusstatue (Hirth 27) hingewiesen worden:erst v. Terey aber hat die Autorschaft dieses Meisters eingehendbegründet, indem er darthat, dass wir hier auch den Stildesselben, wie er uns an andern Werken seiner Hand entgegen-tritt, wiederfinden, und hat ferner eine Liste derjenigen Holz-schnitte aufgestellt, die er Wolf Traut zuschreiben möchte.Denn neben diesem ist mindestens noch ein Künstler an demBuche thätig gewesen. Terey bezeichnet ihn als den Künstler Aund schreibt ihm die übrigen Holzschnitte bis auf wenigeAusnahmen, für die er einen ungeschickten Formschneider,Meister B, annimmt, zu. Er weist nach, dass derselbe Cranachungemein nahe steht, dass manche Figuren unseres Heiligtums-buches im Stile denen des Wittenbergischen sogar völliggleichkommen, dass sich namentlich in der Ornamentation, inden Mascarons und Grotesken, durchaus Cranachischer Geistoffenbare. In der tliat zeigt sich in den hier in betrachtkommenden Schnitten unsres Heiligtumsbuches Terey zähltderen 37 eine frappante Ähnlichkeit mit den Abbildungen

16*