wiirdgien, ja einen von des Meisters besten Portraitstichen,den auch Albreclit sehr hochgeschätzt zu liaben scheint, da erihn, wie auch den späteren Stich von 1523, den sogenannten„grossen Cardinal“ (Bartsch 103), gewissermassen als Bücher-zeichen, als Ex libris, benutzte und seine kostbaren Miniatur-codices und wohl auch sonst seine Bücher vorn, auf der Innen-seite des Deckels, damit schmückte.
Das zweite Blatt trägt auf der Stirnseite einen die Seiteausfüllenden Holzschnitt, der uns die Gründer des Stifts, Erz-bischof Ernst und Cardinal Albreclit, beide in vollem Bischofs-ornat und mit ihren Wappen zu Füssen, knieend zeigt, wiesie das Modell der Kirche — freilich ein ganz willkürlichgezeichnetes, das mit. der Stiftskirche zu Halle nicht die ge-ringste Ähnlichkeit hat — in den Händen tragen. Hinter denbeiden Kirchenfürsten stehen zwei Apostelgestalten, hinterAlbreclit der Evangelist Johannes mit dem Schlangenkelch,während die Figur hinter Erzbischof Ernst mit dem Stabe inder Hand wohl den heiligen Thomas darstellt'). Oben aberin den Wolken erblicken wir den heiligen Moritz, für dessenFahne der Kaum des Blattes kaum mehr ausreicht, ihm zuSeiten die h. Magdalena und den Bischof Erasmus, die Schutz-patrone der neuen Kirche.
Eine kurze Einleitung 2 ) giebt den Termin des Festes anund weist auf den so reichen Ablass wie auf die sonstigenmit dem Stift verbundenen Segnungen {Erasmusbruderschaft)hin, den Zweck des Büchleins aber spricht sie zum Schlüsse inden Worten aus: Dormit nun ein itzlicher christgleubigerdissen merglichen und grossen selen-schatz liederlichtr 3 ) er-obern und sich zcu erlangunge desselbtigen füglich und frucht-barlicher schicken möge, ist hochbemelts groswirdiges heiligthumund desselbtigen cleynott eigentlich und stuckeweisse wie folgtvortzeichnet.
Nachdem nun das Heiligtum selbst, auf das wir nochzurückkommen werden, beschrieben ist, wird die Summe desAblasses für die 8133 Partikel und 42 ganzen Körper von
1) Cf. die Darstellung 1 des Thomas im selben Heilig-tumsbuche, Ilirtli S.26.
2) Der Anfang 1 derselben ist abgedrnckt bei Terey S. 85. Siebe auchoben S. 233.
3) Mhd. lide-liche adv. erträglich, leidlich (Lexer).