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Strassburgs, Wolfgang Capito, einen ausführlichen Commentarzu Albreclits Briefe geliefert hätte. Capito schreibt gleichzeitigan Luther 1 ) und bittet ihn, doch von öffentlichen Angriffenauf seinen Herrn, der gar nicht so schuldig sei, als Luthermeine, vielmehr nur durch Schmeichler verführt werde, abzu-stehen. Auf Luthers Vonvurf über die Errichtung des „Abgottes“antwortet er, dass der Cardinal nach seiner Rückkehr nachHalle „etwas“ (nescio quid) betreffs des Ablasses unternommenhabe, dass aber sein energischer Widerspruch dagegen vonErfolg gekrönt gewesen sei, sodass seitdem, so viel er wisse,nichts zur Zurückfülirung des Ablasses unternommen wordenwäre. Er rühmt dann die grosse Duldsamkeit des Cardinaisund erzählt, dass auf dessen Befehl das Evangelium Matthäifrei verkündet werde seit dem Tage, an dem Albrecht denAblass eingestellt habe (ab eo die, quo indulgentias inter-miseriti. — Diese Nachrichten sind freilich auch nicht vielbestimmter als jene Wendung zu Eingang des Briefes Albreclits.Was unter dem Einstellen des Ablasses gemeint sei, bleibtunklar. Man wollte offenbar den gefährlichen Gegner be-ruhigen, ohne dass man gewillt war, eine wesentliche Änderungim bisherigen Verhalten eintreten zu lassen. Denn dass derErzbischof in der That der Reliquienverehrung nach wie vorzu Halle eine glänzende Stätte bereitete, ersehen wir daraus,dass er fort und fort bemüht war, die Zahl der Reliquienseiner Stiftskirche zu vermehren und ihnen köstliche Behält-nisse zu schaffen, dass er ferner im Jahre 152(5 sie nochmalssorgfältig aufzeichnen und abbilden liess, und dass auch noch imJahre 1532 das Fest der Reliquien als eines der ersten Festeder Kirche unter Aufstellung und Zeigung des ganzen Heilig-tumsschatzes begangen wurde 2 ). Um aber Luther nicht zuprovocieren, mag man wohl die Verbreitung der Ankündigungdes Reliquienfestes mit seinen ausserordentlichen Ablässeneingeschränkt haben, vielleicht ist eine solche auch völligunterblieben, weiter aber wird man nicht gegangen sein. Leiderfehlen uns Nachrichten darüber gänzlich.
1) Briefe vom 20. und 21. December 1521, K. u. 1?. Kraft, Briefe undDokumente aus derzeit, der Reformation i. IG. Jbd., Elberfeld 1875, S. 35 ff.
2) Cf. das Breviarium unsrer Kirche von 1532, Neue Mitteilungen desthüringisch-sächsischen Vereins etc. S. 30.