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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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hervorgehoben, Avas bei andern Gemälden wiederholt geschieht,andrerseits ist zu. bedenken, dass sich hinter dem Altar derLettner mit den früher erwähnten Darstellungen erhob. EinGekreuzigter, von Albreclit verehrt, der Cranach zugescliriebenAvird , befindet sich in der Galerie zu Augsburg und soll ausAschaffenburg stammen 1 ); doch kann er hier nicht in betrachtkommen, da auf diesem Gemälde das im Inventar hervor-gehobenegrosse Gedränge fehlt.

Yon jenem Cyklus von Passionsbildern, Avelche die Mehr-zahl der Altäre schmückten, ist uns vielleicht der Judaskuss,die Vorführung vor Pilatus, die Kreuztragung und die Kreuz-abnahme in den älteren Gemälden mit diesen Darstellungen inder Ascliaffenburger Galerie erhalten (Nr. 280283). Nachden Verfügungen, die Albreclit im Jahre 1540 trifft, als ereine Anzahl von KunstAverken aus der Stiftskirche entfernenund nach seinem Mainzer Sprengel senden lässt, soll auf denMoritzaltar, der mit dem Magdalenenaltar seines Gemäldesberaubt Avar,die Tafel von der Wand mit dem Palmtag,dem Einzuge in Jerusalem,Avieder gesetzt av erden und aufden Magdalenenaltardie Tafel mit der Figur des heiligenGeists, Avolil die Darstellung der Ausgiessung des h. Geistes,das an andrer Stelle ebenfalls an der Mauer aufgehängt Avar.Wenigstens das erste dieser Gemälde muss demnach älter seinals das Moritz-Erasmus-Bild, durch Avelclies es von seinemPlatze auf dem Moritzaltar verdrängt Avorden Avar. Ob diebeiden Gemälde später auch noch nach Mainz nachgeholtwurden oder was sonst ihr Schicksal Avar, wissen' Avir nicht.

Der Humanist Sabinus, dessen Schilderung seines Besuchesin Halle vom Herbste 1533 Avir bereits envähnten, rühmtunter den Schätzen der Stiftskirche auch einige Gemälde, dieihm besonders in die Augen gefallen sind 2 ). So stellt nach ihmein Gemälde dar :

luerunt

quam grave supplicium turba professa fidem.Janitschek (S. 397) vermutet unter dieser Bezeichnung einMartyrium der 11000 Jungfrauen, Avas namentlich in anbetrachtder grossen Menge von Reliquien, Avelche die Kirche von dieser

1) Huber im Repertorium III 67. Rieffel ebenda VII 426.

2) Beilage 26, v. 33 ff.