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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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lediglich Portraitdarstellung ist*). Es ist sehr wohl möglich,ja wahrscheinlich, dass eins der Hieronymnsbilder aus derStiftskirche stammt, und zwar dürften wir dies am ehestenvon dem Darmstädter Gemälde vermuten, auf welchem überdem Kamin in goldnem Rahmen ein Tuch mit dem AntlitzChristi dargestellt ist. Wenn unsre Kirche die Bezeichnungad sudarium domini in ihrem Titel führt, so rührt dieserName zwar nicht von dem Schweisstuch der h. Veronica her,als welches man zunächst geneigt wäre die angegebene Dar-stellung aufzufassen, aber es lag nahe, die Reliquie, welcheden Anlass zu jenem Titel gegeben hatte, das Tuch , dasauf des Herrn Antlitz im Grabe gelegen, in gleicher Weisedarzustellen, und dieses ist vielleicht hier wie auf der Erz-platte des Joh. Vischer von 1531 (s. o. S. 153) gemeint. Dadas Gemälde die Jahreszahl 1525 trägt, ist es sehr leichtmöglich, dass es bei jener Inventarisierung, von der uns dasVerzeichnis von 1525 künde giebt, noch nicht in Halle war.

Dass der berühmteste Maler der Zeit, Alb recht Dürer,nicht nur das Portrait des Cardinais zweimal in Kupfer stach worauf wir im nächsten Kapitel kurz zurückkommenwerden, sondern dass er auch Gemälde für Albrecht aus-fiihrte, erfahren wir aus dem Testamente des Erzbischofs von1540. Da wird dem Domkapitel zu Mainz unter andern eineTafelmit der barmhertzigkheit, so etwan der AlbrechtDliurer gemhalet, vermacht. Nun führt zwar auch unserInventarverzeichnis von 1525 eine Barmherzigkeit auf, dochwir vermuteten in ihr dieMesse des h. Gregor der Aschaffen-burger Galerie, die einem Cranach nahestehenden Meister zu-zuschreiben war. Eher könnte man an die Tafel mit demBrustbilde Christi denken, das in goldnen Lettern die Auf-schriftEcce liomo trug, wenn man sich auch hier nicht andie Angabe, die Tafel seiwelscher Arbeit, stossen will.Doch bewegen wir uns damit auf sehr unsicherem Boden.

Auch noch ein andrer zu seiner Zeit vielgerühmter deutscher

1) Schucha.rdt, Lukas Cranach II 19. 35. 40. 20 (cf. c. I 188). M. B. Lindau,Lucas Cranach, Leipzig 1883, S. 220. Janitschelc, Malerei 504 (das Braun-schweigische Gemälde ist hier nicht erwähnt). Von dem Berliner Bildefindet sich eine kleine Abbildung in Pr. v. Bezolds Gesch. der deutschenReformation (1890) nach S. 76.