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In Verwandtschaft- mit den 6 Tafeln aber scheint mir einanderes, allerdings weit älteres Gemälde zu stehen: die imKatalog Albreclit Altorfer zugewiesene Marter des heiligenErasmus (Nr. 291). Die Landschaft ist ganz ähnlich der aufdem Bilde der h. Margareta, auch hier ist Abendstimmungüber dieselbe ausgebreitet. Der Schöpfer dieses Werkes könntesehr wohl der Lehrer des Meisters der 6 Altarflügel gewesensein. Das auf dem Gemälde angebrachte Wappen ist dasselbewie bei der heiligen Sippe, doch hat v. Terey (S. 7, Note), durchdie beigefügte Jahreszahl 1516 aufmerksam gemacht, bemerkt,dass die Cardinaisinsignien, die Albreclit erst seit 1518 führenkonnte, spätere Zuthat sind. Das Bild dürfte identisch seinmit jener Tafel, die nach unserm Inventar den Pfeiler nebendem Erasmusaltar der Stiftskirche schmückte.
Über der Chorolei-Thiir hing unter anderm eine Tafel miteinem Marienbilde, „daneben S. Catharinen und sonst einerJungfrau Bilder“. Über das Marienbild kann ich keine Aus-kunft geben, wohl aber dürften uns die Bilder der beidenweiblichen Heiligen in zwei schmalen Altarflügeln erhaltensein, die sich in der Stiftskirche zu Aschaffenburg befindenund die Heiligen Catliarina (mit dem Rade) und Barbara (mitKelch) darstellen x ). Der Meister zeigt sich in seiner Farben-gebung entschieden als mit Grünewald verwandt, doch ist ervom Meister Simon und den Meistern der zuletzt erwähntenBilder durchaus verschieden, da ihm jede Berührung mitCranach fehlt.-
Bei Aufführung der Altäre der Stiftskirche haben wir ge-sehen, dass Albreclit bei der Auflösung des Stifts unter andernGegenständen, die ihm nach Mainz oder doch der MainzerErzdiöcese nachgesandt werden sollen, zwei grosse Altartafelnhervorhebt, die auf den Altären des li. Mauritius und derh. Magdalena stehen. Auf dem Moritzaltar stand jene be-rühmte Unterredung des Moritz und Erasmus, das Bild desMagdalenenaltars aber bezeichnet unser Inventar von 1525folgendennassen:
1) Janitschek 398. Die Ähnlichkeit dieser Gemälde mit den Holz-schnitten des Halleschen Heiligtunisbuches (hei Hirtli S. 44 u. 45) finde ichjedoch nicht so gross, dass letztere als Nachbildungen der ersteren geltenmüssten.
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