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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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furters Vincenz Steinmeyer, der in seinem Holzschnitzbtichleinvon 1620 erwähnt, dass man Gemälde des Mathis von Aschaffen-bnrg unter andern in Mainz und Aschaffenburg vorfinde r ),sowie das Sandrarts, der uns in seiner Teutschen Academievon 3 Flügelaltären berichtet, die, von Grfinewald gemalt, imDom zu Mainz gestanden haben, von den Schweden jedoch im30jährigen Kriege geraubt und auf der Überfahrt untergegangenseien 1 2 ).

Unsres Gemäldes thut Sandrart keine Erwähnung. Eswar offenbar nicht in Mainz gewesen und ist daher vor demRauhe der Schweden oder anderer Kriegshorden verschont ge-blieben. Wie wir schon sahen, hatte Albrecht dasselbe beider Auflösung des Stifts zunächstin sein Haus bringenlassen, von wo es ihm nach der Mainzer Diöcese nachgesandtwerden sollte (s. o. S. 173). Es scheint gleich den Arbeitender Vischerschen Werkstatt von Halle sogleich nach Aschaffen-burg gekommen zu sein, dem Lieblingsaufenthalte des Cardi-nais im Mainzer Sprengel, seit dem Jahre 1836 aber bildet eseine hervorragende Zierde der Pinakothek zu München 3 ).-

So übereinstimmend die Kunstgelehrten das Moritz-Erasmus-Bild Grünewald zuschreiben, um so unsicherer ist man in derZuweisung der Flügelbilder 4 ).

Neben unserm Hauptbilde hängen nämlich in der Pinakothek(Nr. 282285) 4 Altarflügel, welche den heiligen Lazarus mitseiner Schwester Magdalena, die h. Martha und den h. Chry-sostomus darstellen. Lazarus, durch die im Vordergrundstehende Bahre gekennzeichnet, ist ein würdiger, schon ältererbärtiger Mann, von den beiden weiblichen Heiligen ist die

1) Niedermayer im Repertorium VII 147.

2) Joachim v. Sandrart, Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- undMahlerey-Ktinste. Nürnberg 1675, II, S. 236.

3) Am 10. März 1536 ist es von Aschaffenburg- abgegangen: Merkel,Die Miniaturen und Manuskripte der k. b. Hofbibliothek in Aschaffenburg,Aschaffenburg 1836, S. 11.

4) Gegen Niedermayers Bemerkung (Repert. VII 256), dass von Flügel-bildern im Inventarverzeichnis nicht die Rede sei, woraus er schliesst, dassdieselben erst später zugefiig't seien oder überhaupt nie zum Altar gehörthaben, könnte man auf dasetc. am Schluss der Zeile hinweisen, ganzabgesehen davon, dass man in diesem Verzeichnis nicht Rechenschaft überjeden Flügel und jede Predella deren überhaupt keine einzige erwähntist erwarten darf.