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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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nicht fehle, weist am untern Saum der Alba des Bischofs derhei einer reicheren Ausstattung' dieses Gewands, der soge-nannten alba parata, übliche breite gestickte Streifen*) dieWappen der drei Stifte auf, wobei Magdeburg' durch denetwas grösseren Schild in mittlerer Stellung hervorgehoben ist.

Leider giebt uns der Meister auf dem Bilde weder seinZeichen noch das Jahr der Anfertigung an. Durch das Datumdes Inventars, den 3. Oktober 1525, haben wir den einenTermin, den andern bildet, wenn auch die Reliquien des Eras-mus bereits zu Ostern 1516 nach Halle gekommen sein sollen *),das Gründungsjahr der Stiftskirche, da erst in dieser dieReliquien des Mauritius und Erasmus vereint waren und ihreZueignung an den heiligen Moritz und die Aufstellung desErasmus als Nebenpatron erst einen Anlass zu dieser Dar-stellung gaben. Auch ist das Alter Albrechts, wie ihn derKünstler hier wiedergiebt, doch allermindestens 30 Jahre, jaman möchte es an die 35, also an das Jahr 1525 heran-

rücken. Dazu kommt, dass wir Grünewald gerade in denJahren 1524 und 1525 für den Cardinal beschäftigt sehen.Denn er ist es offenbar, der uns in einem Verzeichnisse von

Quittungen der Mainzer Erzbischöfe alsMeister Mathes,

Maler entgegentritt und von dem folgende Quittungen notiertsind :

Quitantz meisten Mathes Maler über 147 gülden schuldenanno 1524.

Quitantz meisten Mathes Molers über 20 gülden in abschlagseiner schul dt anno 1525 1 2 3 ).

Dass unser Künstler auch sonst für den Cardinal be-

schäftigt war, sehen wir noch heute an der Beweinung Christiin der Stiftskirche zu Aschaffenburg mit dem Wappen Albrechts,welches Bild namentlich in der eigentümlichen naturalistischenFleischbehandlung des toten Körpers Christi die Künstler-handschrift Grünewalds, wie sie der Isenheimer Altar auf-weist, deutlich verrät. Dazu kommt das Zeugnis eines Frank-

1) Ebenda S. 36.

2) Cresses Annalen fol. 72 und 72 b.

3) Würzbg. A., Mainz. Ingrossaturbuch Nr. 62, fol. 81 und 82 b. Mitunbedeutenden Varianten wiedergegeben von Niedennayer im RepertoriumVII 256. Leider ist es mir nicht gelungen, auch nur eine weitereNachricht über Gr. in den Archiven aufzufinden.