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Wand beim Moritzaltar vorausgehen, wie wir sahen, dieLeidensgeschichte Christi vom Einzug in Jerusalem bis zurAuferstehung, ergänzt durch den Crucifixus des Kreuzaltarsund eine Grablegung („Deposicion“) am Pfeiler neben demAltar der 14 Nothelfer, also in 18 Darstellungen. 3 weitereGemälde an der Mauer, nach unsrer Annahme an der Nord-wand , sohliessen sich diesem Kreise unmittelbar an: dieHimmelfahrt, die Sendung des heiligen Geistes und das JüngsteGericht. Der evangelischen Erzählung von der Ehebrecherinist ein Gemälde an einem Pfeiler der Nordseite gewidmet,während ein anderer ein Brustbild Christi mit der AufschriftEcce liomo trägt, an einem Pfeiler der Südreihe aber nebendem Erasmusaltar finden wir eine heilige Anna selbdritt unddie Darstellung des Martyriums des Altarheiligen. Schliesslichhängen an der Wand über der Choroleitlmr: ein Täflein mitden h. drei Königen, eine Darstellung der Missenden MariaMagdalena, anscheinend lebensgross, in einer Felshöhle liegend,eine Tafel und ein Täflein mit einem Marienbilde, neben erstem-die Bilder der h. Catharina und einer andern Jungfrau, undendlich eine Tafel mit dem königlichen Heiligen S. Wenceslaus.
Leider ist uns bei keinem Gemälde der Name des Künst-lers angegeben, wir können daher nur sehr wenige derselben,die nach Auflösung des Stifts nach Mainz oder Aschaffenburggekommen, von da aber zum teil auch wieder zerstreut sind,mit einiger Sicherheit für unsre Kirche in anspruch nehmen.
Das bekannteste und berühmteste darunter ist das, welchesin unserm Inventar also bezeichnet ist:
Eyne künstliche gemahlte taffel mitt sanct Moritz undS. Erasmo etc.
Es ist das Bild mit der Unterredung des Mauritiusund Erasmus in der Münchener Pinakothek(Nr. 281), als dessen Meister allgemein Matthias Grüne-wald aus Aschaffenbur g angenommen wird 1 ).
Der heilige Moritz spricht lebhaft zu dem ruhig zu-
1) Zuerst begründete die Autorschaft dieses Meisters W. Schmidt imRepertorium für Kunstwissenschaft I 411. Jetzt cf. Niedermayer im Re-pertorium VII 256. Janitschek, Malerei, S. 393. H. A. Schmid im Pesthuchzur Eröffnung des histor. Museums, Basel 1894, S. 46. Rieffel in der Zeit-schrift für christliche Kunst X (1897) Sp. 73.
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