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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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hörenden Erasmus. Seine schlanke Gestalt ist bis zu denMissen herab in einen silberglänzenden, mit Perlen und Edel-steinen reich verzierten Panzer gehüllt. Der Künstler hat diemalerische Aufgabe, die Spiegelungen des Lichtes in dieserRüstung wiederzugeben, vortrefflich gelöst. Grünewald scheintaber nicht nur bei Darstellung des Panzers, den er mit jederNiete und jedem Befestigungshäkchen wiedergiebt, nach demModell gearbeitet zu haben, sondern auch bei der Zeichnungdes Kopfes. Die dicken aufgeworfenen Lippen, die etwaskulbige Nase, die durch den Kontrast des weissen Augapfelsmit der dunklen Hautfarbe hervorstechenden Angen, die zurück-tretende Stirn, das krause Haar zeigen deutlich, dass demKünstler für seinen Mohrenfürsten einer seiner Landsleute alsVorbild diente. Das dunkle Gesicht hebt sich von einemmondförmigen Nimbus, wie er jeden der beiden Heiligen um-giebt, wirkungsvoll ab. Das Haupt ist mit einem Diadem vonGold, Perlen und Edelsteinen bedeckt. Von den behandschuhtenHänden ruht die Linke am Schwertknauf, während die Rechte,zu einem Gestus erhoben, die Worte begleitet, die er an seinenBekehrer richtet. Dieser, in vollem Bischofsornat, mit derDalmatica und dem Messgewand bekleidet, über welches dasBrustkreuz hängt, das Haupt bedeckt mit der Mitra, trägtdie Züge Cardinal Albrechts selbst, der hier als ein etwa35jähriger Mann erscheint. Mit ruhiger, ernster Miene blickter aus seinen klaren, grossen Augen, über denen sich dieBrauen hoch wölben, seinen Zögling an. Die grosse Nase undder kleine, aber von dicken Lippen eingefasste Mund gebendem Gesicht seinen charakteristischen Ausdruck. Das dunkleHaar, vorn weit ins Gesicht herabgekämmt, wird unter dertief in die Stirn gedrückten Mitra noch sichtbar. Die reicheGewandung hüllt einen wohlgebauten, aber schon zur Korpu-lenz neigenden Körper ein. Die rechte Hand stützt sich aufeine hölzerne Winde, um welche einige Därme zur Andeutungdes grausamen Martertodes des Heiligen gewunden sind,während die Linke einen prachtvollen Bischofsstab umfassthält, dessen Knauf, unterhalb der spiralförmigen Windung, sichzu einem gotischen Baldachin mit Eialen und Türmchen er-weitert, unter dem man die Statuette einer Madonna erblickt.Offenbar haben wir in diesem Stabe die Nachbildung eines