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Ausser Altären für die beiden Titelheiligen der Kirche,S. Moritz und die heilige Magdalena, gab es auch, wie wirbereits sahen, einen für den Mitpatron derselben, den h. Eras-mus , während ein andrer dem Mainzer Schutzpatron, demh. Martin von Tours, geweiht war. Andre Altäre dienten derVerehrung der heiligen Dreifaltigkeit oder der Engel, oderwaren dem Apostelpaare Peter-Paul., dem h. Thomas, demEvangelisten wie dem Täufer Johannes gewidmet, oder siegalten der Eiirbitte der heiligen drei Könige, der 14 Nothelfer,des li. Augustin, des Christophorus, des Cosmas und Damianus,der Barbara und der Apollonia. —
Schliesslich hören wir noch von einer grossen Orgel,die, wie Sabinus rühmt, an Lieblichkeit mit dem Gesänge derVögel wetteifern konnte, aber auch an Stärke und Wucht deranfeuernden Kriegsmusik gleichkam ')• Da „Instrumente“ „imkleinen Chor im Stift“ gestanden haben 1 2 ), wird wohl auch dieOrgel auf einer Bühne irgendwo an der Seite des Chors ihrenPlatz gehabt haben 3 ). — Auch ein Taufstein mit vergoldetemBecken wird erwähnt 4 ), doch über seinen Standort erfahrenwir nichts.
4.
Vor allem interessiert uns der B i 1 d e r s c h m u c k derKirche. Ausser auf dem Hochaltar, dem Marienaltar deskleinen Chors und dem Nothelferaltar am Lettner finden wirüberall gemalte Altartafeln aufgestellt. Bis auf den Altarder Engel, dem Nothelferaltar gegenüber, auf dem eine „Barm-herzigkeit“ zu sehen war, und den Moritzaltar mit einer Dar-stellung des Moritz und Erasmus, veranschaulichen uns all dieandern Altartafeln, 14 an Zahl, denen 2 Tafelgemälde an der
1) Beilage 40, S. 202*. — Die Angabe des Sabinus, Beilage 26, v. 25.,dass sich die Orgel „unter dem marmornen Bogen der Wölbung befinde“, istunklar, und der Marmor existiert wohl ebenso wie bei den angeblich mar-mornen Portalen nur in der Phantasie des Dichters.
2) Beilage 40, S. 188*.
3) Aus des Sabinus Aussage: „organa pendent“ dürfen wir wohl nurschliessen, dass die Orgel irgendwo in der Höhe angebracht war. Eigentlichwürde das pendere ja ein Nichtunterstütztsein einschliessen, also etwa aufeine konsolenartig vorgekragte kleine Bühne, auf der die Orgel gestandenhabe, hindeuten, doch dürfen wir die Worte des Dichters wohl nicht sogenau nehmen.
4) Beilage 17, S. 55*.