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verzeichnet Bourdon ein von der Höhe herabhängendes Wappen-schild, von zwei Engeln getragen, bei Alb rechts Grabe 1 j.
Wenn Sabinus bei seinem Besuche in Halle im Jahre 1533am Grabe (tumbai Albrechts die in grossen Lettern ausge-führte Inschrift: „Yivit post funera virtus“ gelesen zu habenangiebt 2 ), so muss es unentschieden bleiben, ob sich dieseWorte auf dem Grabsteine oder auf dem Sarge oder an derherabhängenden Wappentafel befunden haben.
Neben dem Grabe Albrechts spielt noch ein zweites „Grab“in unsrer Kirche eine Holle: das Grab des Erlösers selbst.Bat sich doch der Stifter der Kirche, als er energisch ansWerk der Gründung herantrat, vom befreundeten sächsischenKurfürsten neben den Statuten der Stiftskirche zu Wittenbergauch „das Muster des Grabes, so man am Charfreitag ge-braucht“, aus 3 ). Leider geben uns die archivalischen Nach-richten über seine Beschaffenheit nicht den geringsten Anhalt.Jedenfalls haben wir uns darunter eine Figur Christi, imGrabe liegend, vorzustellen, und da wir gerade aus den letztenZeiten des 15. bis tief ins 16. Jahrhundert hinein eine grosseMenge statuarischer Gruppen besitzen, welche die GrablegungChristi oder eine Beweinung des eben ins Grab gelegtenLeichnams durch die bei dieser Handlung beteiligten Personen,zu denen bisweilen noch Engel hinzukommen 4 ), darstellen, sohaben wir wohl auch hier an eine solche Gruppe, die manals „heiliges Grab“ zu bezeichnen pflegt, zu' denken. DieseGruppen pflegten vom Charfreitag an bis zur Feier der Auf-erstehung in Trauer ausgestattet zu werden 5 ), wie dies jaheute noch mit einer im Grabe ruhenden Figur Christi, überder oftmals ein Altar errichtet wird, geschieht. Für Halleerfahren wir nur, dass 16 grosse gegossene Leuchter das Grab
1) Fr. Schneider im Oorrespondenzblatt 1876, S. 60.
2) Beilage 26, v. 105 ff.
3) Siehe S. 8, N. 1.
4) So in der Liebfrauenkirche zu Obenvesel; weitere solche „heiligeGräber“, fast ausnahmslos Darstellungen der Grablegung, finden wir z. B. inKöln in S. Maria im Kapitol und in S. Gereon (aus Linz a. Kh. stammend),in Remagen, Andernach, Mtinstermaifeld, Trier (St. Gaugolf und Frauen-kirche), Mainz, Freiburg i. Br., Zwickau. Selten kommt dagegen das vonKriegsknechten bewachte Grab zur Darstellung: so in Sckwäbiscli-Gmünd.
5) Otte I 365.