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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
Entstehung
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der Nordseite dagegen waren die, Verbindungen zwischen Kircheund Kloster. Noch heute ist ein kleines gotisches Portal im5. Joche, von Osten gerechnet, vorhanden, während ein eben-solches , jetzt vermauert, am 3. Joche von aussen sichtbar,bereits Erwähnung fand. An der Nord wand des westlichstenJoches aber ist eine, jetzt ebenfalls vermauerte, spitzbogigebreite Öffnung gewesen, und treten wir durch das wohl erstin unsern Tagen im nächsten Joche durchgebrochene Pförtchenin den erwähnten jetzigen Heizraum der Kirche ein, so trenntuns eine alte Bruchsteinmauer von dem Raume, nach dem sichjener Bogen geöffnet hat, während derselbe (nach SchönermarksGrundriss) ehemals nach Westen einen Ausgang hatte.

Gering ist, wie wir sehen, der Schmuck dieser gotischenKirche, die einzelnen Bauteile sind in den einfachsten Formengehalten, aber doch ist mit geringen Mitteln eine vortrefflicheharmonische Wirkung des Ganzen , namentlich der Raumver-hältnisse , erzielt. Diese Einfachheit der Anlage aber weistuns, wie auch alle Details, ganz entschieden auf die Periodeder Frühgotik als Enstehungszeit unsrer Kirche hin.

Und nicht genug, dass wir die Kirche jener Stilperiodezuzuschreiben im stände sind: wir können es ihr sogar an-sehen, dass sie für Dominikaner oder wenigstens dass sie fürBettelmönche errichtet ist. Die grosse Einfachheit, in der derganze Bau gehalten ist, der Mangel alles figürlichen Schmuckeslässt erkennen, dass der Bauherr nicht zu den Reichsten imLande gehörte. Der Forderung der Statuten des Dominikaner-ordens , dass die Kirchen nur niedrig, also vor allem ohneGewölbe, und von massigem Umfang sein sollen, ist man hierallerdings nicht nachgekommen; sie ist wohl auch nur inItalien befolgt worden, wo die frühen Kirchen des Ordensallerdings flache Decken haben und nur einschiffig sind, inDeutschland treffen wir überall dreischiffige gewölbte gotischeKirchen an. Wohl aber sind die andern Vorschriften erfüllt,wonach die Kirchen keine besonders kostbaren oder zahlreichenSkulpturen, Gemälde oder Mosaikfussböden aufweisen sollten,die mit der Armut der Brüder nicht in Einklang ständen. Auchder Bestimmung, dass die Ordenskirchen keinen Glockenturmauiweisen sollten, ist bei unsrer Kirche wie auch sonst in