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die durch weite Flachbögen verbunden werden, vermuten, dasseinst eine offne Säulenarkade den ganzen Hofraum im Osten,Süden und Westen umschloss. Namentlich aber war das Aus-sehen der Hauptfront, die nach der Saale zu lag, ein ganzanderes als heute. Hertzberg giebt uns in seiner Geschichteder Stadt Halle (Hand II, nach S. 464) eine Ansicht von dieserSeite der Residenz, die er einer alten Abbildung vom Jahre1616 entnommen hat. Es ist sicherlich noch derselbe Bau, denCardinal Albrecht aufgeführt hat. Wir sehen da ein zwei-stöckiges stattliches Gebäude. Seinem Dache sind 10 auffallendhohe, ebenfalls zweistöckige Giebel vorgelagert, über derenDach hinaus sich jedesmal turniartig ein neuer kleiner Giebelerhebt. Jeder derselben wurde von einem vermutlich bleclienenKnopf bekrönt, wie solche in der Baurechnung von 1533 er-wähnt werden. Vier runde, erkerartige Vorbauten unterbrechendie Front, in die sie freilich völlig unorganisch eingefügt oderihr vielmehr nur angefügt sind. An der Südseite vermittelteine Vorhalle, deren Einzelheiten auf der Abbildung nichtdeutlich sind , den Verkehr nach der Brücke, die dort überden Fluss führt, während an der Westfront selbst, doch mehrnach dem Dome zu, eine Thür sich auf einen Holzsteg öffnet.
Die Nordseite des durch den Neubau gebildeten Viereckshatte man vermutlich zunächst offen gelassen, um so die engsteVerbindung zwischen den Universitätsgebäuden und dem Stifteherzustellen. Vielleicht aber wurde damals schon im Anschlussan den Ostflügel der Arkadengang nördlich verlängert, vondem wir noch heute Reste sehen, die vollständig den Arkadendes Hofs gleichen. Heute endet er in der Domküsterwohnung;wenn wir aber die Richtung, die er zuletzt eingenommen, ingerader Linie verfolgen, so erreichen wir gerade noch dasOstende der Domkirche. An diese wird sich der Gang, der,nach innen geöffnet, durch eine ungebrochene Mauer von derStrasse abgeschlossen war, in spitzem Winkel angelehnt haben,sodass das ganze dem Cardinal gehörige Terrain südlich derKirche nach aussen hin abgegrenzt war. Das Publikum aber,das die Stiftskirche besuchen wollte, hatte Zutritt durch einendiese \ erbindungsmauer durchbrechenden doppelten Eingang,der dein Hauptportale der „Residenz“ bis auf die Bekrönungdes Pförtchens völlig gleicht.