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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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auferlegt wurde, dass er alle Bauarbeiten für den Erzbischofum ein ziemliches gleichmässiges Geding, d. h. zu ange-messenen Bedingungen, ausführen sollte. So übernahm er dennsogleich in Halle zwei Bauten, einen Befestigungsbau an derMoritzburg für 2300 fl. und unsernNeuen Bau, bei welchemihmauf sein Geding d. h. auf seine Bedingungen, seinenVertrag hin 1482 fl. gegeben wurden.

Ob der Neue Bau unter Meister Andreas Leitung voll-endet wurde und wann dies geschehen ist, dafür fehlen unsjegliche Nachrichten. Aber auch über das Aussehen des Bau-werks können wir uns, wenn wir die heutigeResidenz be-trachten, schwer ein richtiges Bild machen. So kahl und öde,wie heute die Gebäude daliegen, können sie damals nicht ge-wesen sein. Allerdings standen die alten Gebäude genau aufderselben Stelle wie die heutigen, ja die Mauern sind zumgrossen Teile dieselben, es war derselbe in unregelmässigemViereck aufgestellte Häusercomplex, mit den beiden langenSeiten an der Saale und an der Domgasse, während im Südenein 'nur kurzes Gebäude die Verbindung herstellte. Das Ein-gangsportal im Osten war dasselbe wie heute: ein breiteresund höheres Thor zur Einfahrt, und daneben ein kleineresPförtchen für den Personenverkehr. Drei in unregelmässigenEntfernungen aufgestellte, einfach mit geradlinigen und kreis-förmigen Bändern verzierte Pilaster bilden die seitliche Um-rahmung für die beiden Öffnungen; über der breiteren wölbtsich ein Rundbogen, während die Pforte mit einem wagerechtenGebälk abschliesst, auf dem sich eine häuschenartige Be-krönung mit flachem Giebel erhebt; in der Mitte dieses Auf-satzes erinnert noch heute ein allerdings wohl aus spätererZeit stammendes oder doch stark restauriertes Wappen anAlbrecht: ein quadrierter Schild mit einem Adler (Branden-burg), dem Mainzer Rade, dem Magdeburger und HalberstädterWappen.

Sonst aber ist im Laufe der Jahrhunderte von dem altenBau sehr viel zerstört und in geschmacklos nüchterner Weisewieder ergänzt worden. Kaum ein Dekorationsstück ist, ausserdem erwähnten Portal, noch erhalten geblieben. Nur an derHofseite lassen einige jetzt in die Mauer einbezogene, imRenaissancestil einfach gebildete, aber gefällig wirkende Säulen,

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