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Hospital fertiggestellt, sodass es am 6. September (1530) be-zogen werden konnte ] ). Nun. konnte das Niederreissen desalten beginnen, und sobald der Winter vorüber war, ging’s andie Arbeit zum „Neuen Bau“, Avie es in den Urkunden undBriefen der Zeit immer heisst, der heutigen „Residenz“. Be-reits am 5. Januar 1531 nimmt der Cardinal Hans Sclienitzz u m Baumeister an.
Dieser durch sein trauriges Ende berühmt gewordeneMann 1 2 3 ) stand mit dem Cardinal seit dem Jahre 1520 in Ver-bindung. Ursprünglich Besitzer eines „Gewaudschnitts“, einesTuchladens, in Halle, hatte er für den Cardinal gelegentlichetliche Geschäfte besorgt, Avobei er sich dessen Gunst undVertrauen erworben hatte :i ). Immer häufiger wurde er mitAufträgen betraut, und schliesslich, nahm ihn der Cardinal imJahre 1528 förmlich in seinen Dienst, indem er ihn zu seinemgescliAvorenen Hofdiener machte und ihm eine Besoldung von3000 Gulden für 3 Jahre zusicherte, dazu Winter-und Sommer-kleidung, Schlaftrunk und für 2 Pferde Eutter und Hufschlag 4 5 ).Durch seine nicht immer reellen Geschäfte, bei denen er auch,wie man schwerlich leugnen kann, seinen Herrn betrog, stiegbald sein Reichtum, so dass er sich eine neue prachtvolleWohnung, den sogenannten „Kühlen Brunnen“ in der Nähedes Marktplatzes, erbauen konnte, wozu er bereits 1522 dieunbenutzte, halb verfallene Lampertskapelle vom Kloster zumNeuen Werk auf Abbruch gekauft hatte, wäliend ihm derCardinal zum gleichen Zwecke die nahe gelegene Dreikönigs-kapelle und einen Ölberg bei der Ulrichskirche schenkte 0 ).Durch den Bau seines Hauses, der auf 20000 Gulden geschätzt
1) Olearius Ergänzungen (Brotuffius) S. 4G.
2) Uber ihn siebe besonders Hülsse in den Magdeburger Gechichts-blättern XXIV (1889) S. 1 ff. Doch scheint Hülsse im Haupt-Staats-Archivzu Dresden nicht sämtliche Akten über den Process des Schenitz benutztzu haben. Es ist freilich fraglich, ob wir jemals A'olle Klarheit über jeneunerfreulichen Verhältnisse erhalten werden.
3) Anthon Schenitz’ Warhafftiger bericht £ III. Ivegenbericlit derMagdeburgiscken Bäte SB II. 31 IV.
4) Die Bestallungsurlcnnde, dat. Aschaffenburg Montags nach Maurici(28. Sept.) 1528, ist abgedruckt in A. Schenitz’ Warhafftigem bericht £ II.
5) Die Urkunde jenes Kaufs ist abgedruckt bei Dreyhaupt I S. 940(7. April 1522); die Schenkungen erwähnt A. Schenitz in der „Notwehre“® b, cf. auch Cresse’s Annalen z. J. 1530, fol. 150 b.