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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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230 fi. aufgeführt, diezu den Gebäuden im Stiftshaus ver-wendet worden sind r ).

Schliesslich stiftete der Cardinal noch im Jahre 1538 einneues Haus für die Pulsanten. Diese hatten bisher keine be-sondere Stätte zu ihrem Aufenthalt gehabt und hatten daherden Priestern d. h. wohl den Vikaren, deren Wohnungsie teilten, oft Anlass zu Klagen über Störungen gegeben.Albreclit kaufte daher den Predigermönchenein Haus vordem Neuen Stifte für 85 fl. ab und bestimmte es jenen zurWohnung a ).

Als aber dann der Cardinal den Plan gefasst hatte, eineUniversität in Halle zu gründen und dieselbe mit dem NeuenStifte zu verbinden, so beschloss er auf dem Areale südlichder Stiftskirche ein prächtiges Gebäude für das neue Institutzu errichten 3 4 ).

Schon lange war ihm das alte, dem heiligen Cyriacus ge-weihte Hospital ein Dorn im Auge gewesen. Hatte es doch,in nächster Nähe der Propstei gelegen, nicht nur den Erz-bischof wie den Stiftspropst durch den üblen Geruch, der vonden Krankenzimmern ausströmte, oftmals belästigt, sondernkonnte auch zur Zeit einer Pestilenz oder bei Feuersnot deinStifte bedrohlich werden. Wir sahen bereits (S. 54), wie sichgerade jetzt dem Cardinal Gelegenheit bot, das Grundstück,auf dem das Hospital stand, gegen Überlassung der Neumiililevom Eate zu erwerben. Am 28. Juli schloss man einen Ver-trag hierüber ab. Der Eat sollte ein neues Hospital in derNähe der Moritzkirche errichten und übernahm die Abtragungdes alten 1 2 ). Bereits im nächsten Sommer wurde das neue

1) Siehe Beilage 9, S. 26*.

2) Das Kloster zu S. Moritz ad s. crueem Predigerordens verkauft demCardinal das Haus am sonakent nach Keminiscere (23. März) 1538, derCardinal incorporiert dasselbe dem Stift zu Halle auf der Moritzburg amsontag- Oculj (24. März) 1538: Copiale des Mgdb. A., ürkk. Halle D. 69,fol. 27 b. 26.

3) Dieser Zweck wird allerdings nirgends ausdrücklich angegeben, aberder zeitliche Zusammenfall des Baues mit der Absicht der TJniversitäts-gründung scheint der Tradition recht zu geben. Auch ist schlechterdingskein anderer Zweck des Baues einzusehen, da Albrecht zu seinemGebrauch eine prächtige, ja ebenfalls noch neue Wohnung in der Moritz-burg besass.

4) Dreyhaupt II S. 262.