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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Mannes unwürdigen Schicksals und findet seine Klagen gerecht-fertigt. Trotzdem soll Crotus, ermahnt ihn der Freund, seinallerdings beklagenswertes Geschick mit Würde tragen undsich nicht abhalten lassen von schriftstellerischer Thätigkeit;wenn er auch die Früchte derselben zunächst noch nicht andie Öffentlichkeit bringen kann, so werde sich doch späterGelegenheit dazu finden. Scribe et repone! ruft er ihm zu, undermahnt ihn, zu bedenken, dass er doch Theolog sei und nichtKitter oder Chorsänger! Denn nicht dazu, hatte er ihmschon im vorigen Briefe auseinandergesetzt, sei er vom Car-dinal berufen worden, sondern damit er studiere und schreibe!

War es, dass Albrecht ihn zu sehr als Hofmann in an-spruch nahm , was ihn bedrückte, oder fühlte er sich durchdie Statuten des Stifts, dem er angehörte, zu sehr beengt undbelästigt ? Oder waren seine Ansichten seinem Herrn wieseinen Collegen nicht strenggläubig genug? Wir wissen esnicht und müssen um so mehr den Verlust der Briefe desCrotus bedauern. Ein starker Charakter hätte die beengendenFesseln von sich abgeschüttelt. Der war freilich unser Crotusnicht, ja, wie es scheint, war er schon damals ein gebrochenerMann.

Über sein äusseres Leben erfahren wir aus Witzeis Briefennur, dass dieser zu Pfingsten 1532 von ihm Nachrichten überden Stand der Dinge in Kegensburg erwartet, dass Crotusalso höchstwahrscheinlich seinen fürstlichen Herrn dahin zumReichstage begleitet hatte.

In den folgenden Jahren wird sein Name zweimal in einerhandschriftlichen Chronik des Dresdener Archivs genannt').Sie berichtet von einem Narren,welcher ein magister ge-wesen, den der Kölner Erzbischof gelegentlich eines Besucheszu Halle im Oktober 1536 dem Cardinal verehrt hatte:derselbie narr wliar ein gutther Latinus und thette dem Crottound dem predigen auss dem stiffte und andere gelertten überdissche, wen sie assen zw hoffe, viel tampfs mit disputiren undvorachtung obrer [= ihrer] thumereyen und pfaffereyen. Dasandre Mal erzählt der Chronist, etwa im Februar des Jahres

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1) Summarischer Bericht fol. 48 und 55 b.