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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Durch all diese Briefe geht hindurch die Bitte Witzeis,Orotus möchte doch durch schriftstellerische Thätigkeit zurVerteidigung der Kirche beitragen.Adhortor te ad calamum!ruft er ihm in seinem ersten wie im letzten Briefe zu. Beiseinen vorzüglichen Geistesgahen, hei seiner Gelehrsamkeit und.Erfahrung, hei seiner freien Zeit (liberale ocium) und derherrlichen Bibliothek, die ilnn zur Verfügung stehe, sei es seinePflicht als Katholik und besonders noch als Theolog, denKampf gegen die Protestanten aufzunehmen, zumal er so denSchandfleck dieser Sekte von sich abwaschen könne. Endlichscheint Witzei Erfolg zu haben! Im November 1534 ist erüberglücklich über einen Brief des Orotus, worin dieser ihmmitgeteilt haben muss, dass er zwar jetzt noch durch allerhandRücksichten auf den Hof wider Willen zum Schweigen ver-urteilt sei, dass er aber die Schranken durchbrechen werde,dass harte Gesetze ihn zwar noch einengten, ihn aber nichtbinden könnten, ja er hat sogar sein fortdauerndes Schweigenmit der Flucht des Soldaten aus der Schlacht verglichen.Schon in seiner Apologia spricht er die Absicht aus, über dieBeichte und die Würdigkeit zum Abendmahl ein ausführlichesBuch abzufassen 1 ), und an den Herzog Albrecht von Preussenschreibt er am 30. September 1531: dass der Glaube, Christussei im Abendmahl substantialiter vorhanden, bis auf dieApostel zurückzuführen sei, davon wolle er dem Herzog mitderZeit alte Exempel und Historien anzeigen 2 3 ). Vielleicht istes eine von diesen beiden Aufgaben, die er jetzt in Angriff zunehmen gedenkt. Oder wird er dem Rate seines Freundesfolgen, der ihn auffordert, zunächst die Herzen der Christenzu erbauen und das zu behandeln, was weder durch Sektennoch durch Synoden angetastet werden kann, um später erstden Kampf gegen die Schismatiker wieder aufzunehmen?

Ganz anders jedoch sieht es bereits anfang Februar desnächsten Jahres aus :v ). Wieder ist ein Brief von Crotus ein-getroffen, diesmal aber wenig erfreulichen Inhalts. Über dieSache selbst will Witzei jedoch Schweigen bewahren. Er be-klagt seinen greisen Freund wegen seines, eines so berühmten

1) Blatt D II b: Hunc laborera in aliud tempus mihi reservo.

2) Cosack S. 373.

3) Brief vom Borotheentage, 6. Febr., 1535, Epistolae Wicelii fol. G II.