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und nicht eher geruht, als his der grösste Teil desselben ihrerMeinung beigetreten ist 1 ). Die Gegner, die sie Papistennennen, belästigen sie mit Schimpfreden und werfen ihnen diegröbsten Sünden vor. Als oh nicht auf beiden Seiten gefehltwürde!
Der Cardinal habe bei seiner Rückkehr, heftig bewegt überdiese Vorgänge, auf Abhilfe gesonnen. Da das Osterfest vorder Thür stand, wo jeder Christ das Abendmahl zu nehmenund vorher zu beichten pflegt, so habe er zunächst mit mildenWorten das Hofgesinde ermahnt, dem alten Brauch treu zubleiben. Den Gehorsamen habe er Belohnung versprochen, dieUngehorsamen aber mit Entlassung aus dem Hofdienst be-droht. Dann sei in der Kirche dem versammelten Volke dasEdikt des Kaisers (doch rvolil der Augsburger Reichstags-abschied, durch den das Wormser Edikt von neuem einge-schärft wurde) durch den Erzbischof selbst (per sacrum prae-conem) vorgelesen worden, der im Anschluss hieran durch einegeeignete Ansprache die irrenden Schafe in den Stall derKirche zurückzuführen und den Zweifelnden Festigkeit zuverleihen gesucht habe.
Der hiervon erwartete Erfolg sei freilich nur in geringemMasse eingetroffen. Der Streit zwischen den Parteien sei zwarseitdem weniger heftig geführt worden und ein Teil des Hof-gesindes habe sich Albrechts Befehle gefügt, während andereden Hof verlassen haben; aber die Hallesche Bevölkerunghabe nicht vom Genüsse des Kelchs abstehen wollen und habesich denselben in privaten Versammlungen oder an benach-barten Orten verschafft, manche haben sich wohl auch gänzlichdes Abendmahls enthalten. Niemand habe jedoch dafür Strafeerlitten. Nicht ihre Bestrafung, sondern ihre Besserung wolleder Cardinal. Und diese Milde bezeichnen die Neuerer alsTyrannei und als Gottlosigkeit, Weiss nennen sie Schwarz!Und doch werden gerade da, wo die „Antipapisten“ die Über-macht haben, die Andersgläubigen aufs Härteste bedrückt, vonAufpassern denunciert und bis weithin in fremde Länder ver-folgt. — Die schwersten Strafen sollten die böswilligen Ver-leumder treffen, die den guten Ruf und die Popularität des
1) — qnonsque pars maior populi iret in sentenoiam mirifice praedicatamdeserto ecclesiastico usu odiose consputo.