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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Fürsten, die seine Klire vernichtet haben. Nur sein gutesGewissen lasse Albrecht diese falschen Beschuldigungen er-tragen, ja sie verlachen.

Freilich sei der Cardinal der bedeutendste ihrer denLaienkelch bekämpfenden Gegner. Aber Albrecht habe dieeine Gestalt ja nicht eingeführt, sei daher überhaupt nichtin der Lage, den herkömmlichen Brauch abzuändern. DasConcil zu Konstanz hat diese Gewohnheit zum Gesetz erhoben.Offenbar haben damals allseitige schwere Klagen über Miss-brauch mit dem Blute des Herrn zu diesem Beschlüsse ge-führt. Die dort versammelten Väter haben jedoch die Möglich-keit der Abänderung ihres Beschlusses infolge veränderterZeitumstände nicht ausgeschlossen, sie vielmehr ausdrücklichanerkannt, nur müsse die Abänderung wiederum durch diegesamte Kirche geschehen und nicht auf die Autorität einesPrivatmannes hin. Möge man daher zu gemeinsamer, vor-urteilsloser Beratung Zusammenkommen! Wenn man aber diegegenwärtigen Verhältnisse nur dadurch ändern könne, dassman jenen Vätern die schlimmste Gottlosigkeit vorwirft, sostürze man die christliche Gemeinschaft in die grösste Ver-wirrung. Denn dadurch werde nicht nur das Konstanzer,sondern auch alle übrigen Concile ihre Geltung verlieren, unddamit werde das Ansehen der Kirche überhaupt schwinden, diealten von der Kirche bereits verdammten Häresien 1 ) werdenwieder aufleben. Nur wiederum ein allgemeines Concil kannAbänderung schaffen. In diesem Punkte trifft also denCardinal kein Vorwurf. Gieb nur gerechte Richter, die mögenüber ihn urteilen!

Was die Zerstörung, Plünderung und Veränderung vonKirchen und Klöstern durch Albrecht anlange, auf die sichdie Kirchenschänder der Gegenpartei bei ihren Thaten be-rufen , so handele es sich vor allem um die zur Begründungeines neuen Stifts zu Halle notwendige Vertauschung derDominikaner- und Augustinermönche. Doch dies seit mitpäpstlicher Genehmigung geschehen und komme den Mönchen

1) Er meint damit, wie aus dem Briefe an den Herzog Albrecht vonPreussen vom 30. Sept. 1531 hervorgeht (C. J. Cosack, Paulus SperatusLeben und Lieder, Braunschweig' 1861, S. 373), die Anhänger des Wiclifund Hus.