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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Die Verfassung des Stifts.

Suchen wir uns nun die innere Organisation des Stiftsnoch etwas näher zu vergegenwärtigen, so tritt uns diesenamentlich in den Statuten entgegen 1 ). Diese sind, wiewir sahen, im Jahre 1520 abgefasst, und zwar werden sie am28. Juni in kraft gesetzt 2 ).

Wir erwähnten bereits, dass sich Albrecht bei Gründungdes Neuen Stifts vom sächsischen Kurfürsten die Statuten, oderwenigstens die Bestimmungen über den Gottesdienst, und dieStiftungsurkunde des Stifts zu Wittenberg senden liess 3 ). Inwie weit er sich aber nach dem Wittenberger Muster gerichtethat, ist nicht mehr zu bestimmen, da uns die Statuten vonWittenberg nicht erhalten oder doch nicht veröffentlicht sind 4 5 ),und Spalatin in seiner Geschichte Friedrichs des Weisen nurganz spärliche Angaben darüber macht, die noch dazu un-genau, ja verwirrt erscheinen 6 ). Nach ihm soll der Kurfürst,nachdem zuvor kaum 20 Personen im Stift waren, dasselbealso gemehrt haben,dass über die 80 gestifte Personen da-rinnen waren, und unter denen ein Probst, zween Chor [?] undzween [!] Dechant, Archidiacon, Cantor, Custos, Syndicus, alsodass berührte Prälaten zu denen also doch wohl Custosund Syndicus auch mit gehören? alle Doctores der heiligenSchrift oder der Rechte sein mussten: das gäbe, abgesehenvon dem ganz unverständlichenzween Chor, eine ganzwunderliche Verfassung, wie sie an keinem andern Stift wieder -gefunden wird und bei der grossen Stabilität aller kirchlichenDinge im Mittelalter von vornherein ausgeschlossen ist. Viel-mehr berichtet Spalatin vermutlich nur nach Hörensagen undgiebt, was er erfahren, nur ungenau wieder.

Im Neuen Stift zu Halle wird die Zahl der Personenauf 59 festgesetzt, über die hinaus es nicht vermehrt werden

1) Abgedruckt Dreyliaupt I 891 ff.

2) Siehe oben S. 21.

3) S. 8, N. 1.

4) Vielleicht fördert das von der historischen Commission der ProvinzSachsen angeküudigte Urkundenbnch der Schlosskirche zu Wittenberg die-selben zu tage.

5) Spalatins histor. Nachlass, hrsg. v. Neudecker u. Preller, I 28,