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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Januar des Jahres 1519 erinnert Albrecht den Kurfürsten vonSachsen an die schon früher ausgesprochene Bitte, der Kurfürstmöge ihmdie Ceremonien der Stiftskirche zu Wittenberg mitsamt der Fundation also wohl die Statuten oder die ineinem besonderen Breviariiun der Kirche enthaltenen Vor-schriften über die Gottesdienste nebst dem Stiftungsbriefezuschicken 1 ), und bereits am 13. April 1519 stellt Leo X.die Erektions- und Confirmationsbulle für die neue Stifts-kirche aus 2 ).

Zunächst beabsichtigte Albrecht die Stiftung in derselbenWeise und in demselben Umfange auszuführen, wie sie seinVorgänger geplant hatte. Nur in geringfügigen Einzelheitentreten uns Abweichungen oder nähere Ausführungen jenesPlanes entgegen. Auch er wollte einCollegium oder Capi-tulum von 25 Personen gründen zum Dienste der neu er-richteten Kirche, für die er sich eine neue Bestätigung vonPapst Leo X. die von seinem Vorgänger erwirkte war nochvon Julius II. ausgestellt geben liess. Doch gedachte erdem Stifte eine selbständigere und dadurch angesehenereStellung zu gewähren: während sein Vorgänger selbst dieserKirche praepositus und ihr einziger Prälat (praelatus unicus)hatte sein wollen, bestimmte Albrecht, dass ein selbständigerPropst an die Spitze des Kapitels treten sollte, und erhob auchDekanat und Cantorei zu dignitates, also zu Stiftsämtern mitEhrenvorrang, oder Prälatenstellen 3 ). Nach wie vor aber

1) Im Weimarer Archiv (S.-Ernest. A., Heg. B, fol. 122b Nr. 29b) be-findet sieb ein von Albrecht geschriebener Zettel, der nach einem Briefevom 24. Januar 1519 liegt; er gehört zum mindesten ungefähr dieser Zeitan: es sind hier eine Beihe eigenhändiger Briefe Albrecbts an KurfürstFriedrich von Sachsen von Ende December 1518 bis August 1519 zu-sammengelegt.- Der Zettel lautet:

Auch freuntlicher lieber her und ohem, es ist mein gar freunt-lich bit,E. 1. wollen ye nit vergessen, mir die ceremonien der styfft kirchen zuWittenbergk mit sampt der fundacion und muster des graffs [= Grabes], soman an dem karfreitag gebraucht, zuzuschicken, dessgleyclien auch Toltzichterlauben, das er mir die bilden, so ich im hie angeczaygt, zuWittenbergk b e j E.'l. goldtsmidt machen zu 1 a s s e n , daswil ich freuntlich umb E. 1. verdienen. Dat. ut supra.

2) Ludewig, reliq. manuscr. XI 422 ff. Über die vorausgehenden Ver-handlungen und die. Absichten Albrechts erfahren wir nur durch dieseBulle selbst.

3) Of. Ludewig XI 424 mit 430 f. Über die Dignitäten oder Prälaturencf. Hinscliius Kirchenrecht II 110 ff.