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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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aber bei Gelegenheit der Niederwerfung jenes Aufstandes derHallesclien Bürger noch vermehrt hatte 1 ). Ein dem Domkapitelgeleisteter Eid hinderte ihn jedoch, dieselben der mensaepiscopalis, den Einkünften des Erzstifts, zu entfremden. DiesesEides ledig zu werden, schickte er nach Born und liess denPapst um Dispens bitten. Sein Gesuch hatte auch den ge-wünschten Erfolg: zu Beginn des Jahres 1513 brachte ihmder von Rom kommende Augustiner-Eremit Conrad von Assen-burg neben der Confirmation der Magdalenenkirche auch einpäpstliches Breve mit, in welchem der Papst ihm und demDomkapitel jenen Eid erliess. Die Domherrn, die sich indiesem Punkte bisher immer widersetzt hatten, wurden durch vierAbgesandte abermals um ihre Zustimmung gebeten, aber nach-dem sie den Erzbischof viele Tage und schlaflose Nächte hattenwarten lassen, erteilten sie wiederum eine ablehnende Antwort.Daher schreibt Ernst am 3. Februar 1513 an seinen Gesandtenzu Rom 2 ), er solle beim Papst eine neue Bulle auswirken,durch welche dem Domkapitel bei Androhung von Kirchen-strafen (censurae) und des Verlustes aller seiner Einkünftebefohlen würde, dem Vorhaben des Erzbischofs zuzustimmen.

Es war dem Erzbischof jedoch nicht vergönnt, seinenHerzenswunsch 3 ) erfüllt zu sehen: noch ehe die neue päpst-liche Bulle in seine Hände gelangte, starb er am 3. August1513 zu Halle. Noch in demselben Monat (30. August) wählteman seinen Nachfolger: die Stimmen vereinigten sich aufAlbrecht von Brandenburg, und auch in Halberstadt wurdedieser am 9. September zum Administrator gewählt. Am 7. Maides folgenden Jahres hielt der neue Erzbischof seinen feier-lichen Einzug in Magdeburg, acht Tage später, am SonntagCantate, erschien er, von seinem Bruder Kurfürst Joachim unddessen gleichnamigem Sohne, sowie von dem verwandten Mark-grafen Johann Albrecht von Ansbach und den Bischöfen vonBrandenburg und Lebus begleitet,mit trefflichem grossen

1) Ibid. p. 416.

2) Die Adresse fehlt leider.

3) An seinen Gesandten schreibt er: Quantum res ipsa nos urgeatquantumve perturbat, d. v. [dignitati vestrae) esse cognitum non ambigimus,cum onmem operam, omne exercicium omneque Studium et delectamentumnostrum ad ecclesiam institutumque presens diverterimus conabimurquesummis viribus nostris de prosecutione (Lndewig 417).