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Geschichte der Heraldik. Anhang.
gundischen Kriege den Reichsadler zum Wappen.Neuss 2. Sept. 1475.
Wir Frederich von gottes gnaden romischer kay-ser, zu allen tzeitten merer des reichs etc. bekennenöffentlichen und thun kundt, wiewoll (wir) aus keyser-licher hohe und wirdigkeit, darein uns gott der .alinech-tigh durch seine gottliche mildigkeit gesetzt hat undangebohrener gute geneigt sein, aller und jeglicherunser und des h. reichs unterthanen und getrewen erenutz uud bestes zu bewachten, so ist doch unserkayserlich gemuthe billigh mer begierlich und geneigtdenen, wir in unser und des reichs dienstbarkeit mitdarstreckungh irer leib und gut alzeit unverdrossenerfinden, unser kayserlich gnad mitzutheilen und zubeweisen. Wan wir nun ansehen und betrachten, wiegar ritterlich und manlich unser und des reichs liebengetrewen burgermeister, scheffen rathe und gemeindeder statt Neuss, mit denen so sie bei inen gehabt,den herzogen von Burgundi, der sie aus seinselbs muthwillen und gewalt über unsers heiligen vat-tcta des pabsts und unser ernstlich gebott mit machtbelegert und bis in die sechs und viertzigst wochenmit geschoss und ander unmenschlichen hertikeitt teg-lichen ohne unterlass gearbeitt und beschedigt hat mitgewalt widderstanden sein, desgleichen in langer tzeitnimmer erhört ist, dardurch dan ir mannig, uns, demh. reiche auch dem loblichen stifft Collen und duitschernation zu ehre, rettung und behaltung, sein leben ver-lohren und merklich blot vergossen haben, darumb zuergetzlichkeit und ewiger gedechtnuss solicher irerritterlichen thaten und handelung, so haben wir alsromischer kayser mit wollbedachtem muthe, gutem undzeitigem rathe unser und des reichs churfursten, fursten,grauen herren und getrewen, und rechter wissen den-selben von Neuss diese nachgeschrieben wappen undcleinot mit nhamen einn schwartzen Schilde, darinneneinen gülden adler mit zweien heupteren und ausgespreitenflugein, ausgeschlagenen zungen und oben auf demSchilde ein gülden kayserliche crone, wie das die inmitte des gegenwertügen unsers kaiserlichen brieffsgemahlet und mit färben eigentlicher ausgestrichenseindt, von newes gnediglichen verliehen und gegeben,■das sie auch nun hiefur in ewig zeitt unwidderrufflichalle und jeglich ir offen und beschlossen brieffe, sodurch sie oder einem rathe under irem stattinsiegeloder petschaft ausgehen, mit rotten) wachs versiegelenund verpetschaften mugen, vergönnet und erleubt;verliehen und geben jn die vorgemelte wappen undcleinot also von newes, vegunnen und erleuben jnenauch mit rotten wachs zu versiegelen, alles von romi-scher kaiserlicher Machtvollkommenheit wissentlich incrafft diess brieffs. Und meinen, sekeren und wellen,das burgermeister scheffen, rehte, burger und gemeindeund ire nachkommen der statt Neuss nu furbasserewiglich die vurgerurte Wappen und cleinot haben,fuhren und der also in allen und jeglichen iren uudder statt Sachen und geschefften zu schimpf und zuernst in streiten, gevechten, panieren, gezelten, insie-gelen, petschaften, cleinotten und aufschlagen undsonst an allen enden nach iren notturften und wollge-fallen , auch mit rotten wachs zu versiegelen, gebrau-chen und gemessen sollen und mögen von allermennig-lich vngehindert. Mit urkundt dies brieffs besiegeltmit unser kaiserlicher maiestat anhangenden insiegel.
Geben zu Neus am sambstagh nach santEgidien-tagh nach Christi geburde Viertzehenhundert und imfünf und siebenzigesten, unser reiche des romischen imsechs und dreissigsten, des keyserthumbs im vier undzwanzigsten und des hungrischen im siebenzehendenJahren.
[Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte desNiederrheins IV. Band. S. 474 f.]
74) Verkauf eines Eisen-Zeichens. 1478. 25. Febr.
Jch Sigmund Frangk bnrger zu Aurbach thukund mit dem briue für mich vnd mein erben alsHanns Frangk mein vater | seliger mit andern sei-nen brudern den fewrhacken von irem vater an-herren vnd vranherrn seligen ererbet haben | den fy zujrn sigeln gebraucht vnd Verbracht haben lengerden menschen gedechtnufs ist vnd dabey den seilen f ewr-hacken | alle dy hamermeyster vff ir eysen so sy zuiren hemeru gesmidt vff geslagen haben vnd so derbenant fewrhack am jüngsten vff den benanten mei-nen vater seligen vnd vff Albrechten Frangkenseinen bruder mit erbschaff't des names komen ist,haben sich die benanten zwen bruder miteinander nachratt ir frewndf vertragen vnd vereint angesehen dassy bede mit hamerberg begryffen sind vnd das eineiniglichen not ist gewest das er sein zeichen in gutemwefen uud gelauben halt vnd fich mit einander gut-liehen vereint das der benant mein vater vnd sin erbenfuran den fewrhacken vff seinen hemern oder hamervff den ruck vfslaben fülle vnd Albrecht Frangkvnd sein erben den selben fewrhacken in der bau derschiu vff flahen sull. Wan aber mein wesen furan nichtmit hamerberg ist vnd des fewrhacken nymant bil-licher vergunt hab, dan dem, den er aufs angebornererbfchafft zustet zu gebrauchen dem nach wekenne ichfür mich vnd mein erben das ich verkaufft hab vndverkauff in krafft des briues Wilhelm Frangkenburger zu Rengspurg meinen lieben vettern vndseinen erben alle mein gerechtikeyt an dem fewrhackendas ich mein erben vnd nacbkomen den furbas zuzu ewigen zeytten vff kein eyssen vfflahen noch vfflahenwollafsen weder in der eben noch anderswo sunder ervnd sein erben mügen furan damit handelen vnd lafsenals mit andern iren eygen gut. Wir haben in auchdie obgenanten gerechtikeyt verkaufft vmb ein summagelts der wir von in zu rechter zeyt betzalt sind onallen vnser schaden. Wir wollen in auch den benantenfewrhaken vertretten als offt in der von vnsen wegenangesprochen wirt vnd des ir gewer sein an allen irenschaden angeferlich Wir verezeichen vns auch des be-nanten fewrhackens aus vnser gewalt in iren gebrauchvnd wollen furan zu ewigen zeyten kein ansprach nochvoderung darnach haben weder mit recht noch ou rechtwie dss erdacht mag werden getrewlich all arglistdarin aufsgeflofsen. Doch hab ich mir vnd meinenerben wehalten das ich den selben fewrhacken inmei nem sige 1 o der betscha ff twol gebrauchenmage vnd nicht weiter angeverlich. Des zu vrkundtgyb ich obgenanter Sigmund Frankh für mich vndmein erben dem egenanten Wilhelm Frankhen vndfeinen erben den briue gesigelt mit meinem eygeninsigel vnd zu merer geezeugnüfs habe ich gebeten dyerbergen vesten Hannsen Czugenrewter zuCzugenrewt vnd Cunczen Slamers torff er zuMichelfelt das fy von meiner vleyssigen bete wegenir insigel zu dem meinem an disen briue thun henckendoch in vnd im erben an schaden. Der geben ist ammitbochen vor letare in der heiligen vasten nach Cristvnses lieben herrn geburt tausend vierhundert und imacht vnd fibenezigisten ....
[Von den 3 Siegeln ist das des Urkundenausstellersabgefallen die beiden andern wohl erhalten.
Nach dem Originale im Besitze des Herrn HugoGrafen von Walderdorff.]!
75) Bischof Philipp von Bamberg ertheilt demRichter, Rath und Gemeinde des Dorfes Graitz ein In*figel und Panier. Bamberg 1478.
Wir Philipps von gotes genaden Bischoue zu Bam-berg Bekennen mit diesem offenn brieue das Uns vnnserliebe getrewe Richter, Rate vnd gemeinde vnnser»