Geschichte der Heraldik. Anhang.
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mag von fondern gnaden verliehen und leihen auchwesentlich mit dem brieff, was wir ihme daran zu rechtverleihen sollen oder mögen, alfo dass er feine erben,die nun furbafs zu allen ritterlichen Sachen, zu fchimpffund zu ernst fuhren vnd nutzen follen vnd mögen, wieihme das wohl füget, als wappens- und lands recht istohne gevehrde und find diefs die wappen, vor erst derSchild von gelb, darinn ein fliegender adler getheilt vongold und lafur und gecrönt von gold und lafur, geklärtvon ihme selber zu beiten Seiten auch von gold vndvon lafur, gefchwebelt von ihme selber und gecrönt vongold, und an heim darauff ein fliegender adler auchgetheilt von gold, und von Lafur geklet von ihme felbervon gold uud lafur gefchwebelt, und auch gecrönt vongold getheilt nach der lenge des adlers. Mit urkundtdifs brieffs geben zu Wienn am Montag nach dem Sonn-tag als man singet oculi nach Christi gehurt 1394.
[Collect. Histor. - genealog. ex archiv. Austriae (vonWurmbrand) S. 168 f.]
40) Sendschreiben Seitz Marschalls von Oberndorfan Rappern Rosenharth, dass er und fein Geschlechtnicht turnier - mäfsig fei 1399. Erichtag vor Pauli Be-kehrung.
Rapper Rosenharth: als du Mir geschrieben hast,das han Ich wohl vernommen und lass Dich wissen, wasIch geredt han vor dem Allerdurchluchtigesten Hoch-gebohrnen Pursten, Hertzog Ludwigen Pfallentz Graffenby Rhein und Hertzogen in Bayren, etc. Minem gnädi-gen Herrn, dass das alfo ist, und bin ze Zell an demUntersee gewesen zu einem Turnay, da Mir Dein Brieffhinkom. Und han den Brieff den Du Mir gesendt haust,tragen für Herrn Ritter und Knecht, und han die ver-hören lafsen, und han an den erfahren, dass dein Helmnoch keins Rosenharts Helm an keinem Theil zu demTurnay nie kommen ift in diefen Landen, und kundtan den Rittern und Knechten, die dazumahl den Brieffhörttend nie erfahren, wie Du gewapnet wärest imSchild oder uf Helm Da waren van Pryberg. van Schel-lenberg, van Kunigseeg, van Mansperg, Marschalck undsunsten, viel guter Ritter und Knecht, der ein Theildein Landlüth, die Dein Schwester und Dein BruderUn d dein Vordem wohl erkennt habend, dass der allerkeiner nie erdacht, dass kein dein Vordem zu keinensolchen Dingen nie gehört hat, noch heut nit hörten.Auch schreibst Du Mir Du gehörst als wohl zu denJurnay, und zu allen Ritterlichen Dingen, als Ich, dasfindet sich wohl, als Ich Dir oben geschrieben han, undJilt Du Mir furbas mehr darus schrieben, so behalt dasRottenlohn, und reith heruf und komm dahin, dannenDu gebohren bist, so will Ich mit Dir für Herrn undRitter und Knecht kommen, und will da erfinden lassen,00 Du und Dein Vordem zu guten Dingen gehörend°der nit. Nun schreibst Du Mir Ich hätt Dirs billig2" Ingilstadt unter Augen geredt, hörst Du das gern:^as Ich dann geredt han, dass will Ich reden vor mei-ern Herrn Hertzog Ludwigen, was Ich von Dir geredthan. Wilt Du mir mehr schreiben, so fchick Mirs gegen«utingen ein Meil Wegs von Neuenburg, das an der°wnau leit. Der Brieff ist geschrieben ze Zell amUnteree an dem nechften Erichtag vor St. Paul - Tag,*« er bekehrt ward, in dem neun und neuntzigestemjWtt. Seitz Marfchall von Oberndorff der Jüngere.&• &).
t, 41) Zweites Sendschreiben Seitz Marfchalls an«appern Rosenhart, d. d. München, Pfingstag nach■Wasmi 1399.
Rapper Rosenhart: als Du Mir vor und auch jetzogefchriben hast das han Ich wohl vernommen; Nun* c hreibst Du Mir, dass Ich dich wifen folle lasen, wasi£h vor dem Durchlauchtigen Hochgebohrnen Fürsten,hertzog Ludweign, meinem gnädigen Herrn von Dir
geredt han, und dass das also fey, hörst Du das nochzu, fo kom in des obigen Hochgebohrnen Fürsten mei-nes gnädigen Herrn Hertzog Ludweigs Hof, was Ichdann von Dir geredt han, das will Ich aber reden, dassDu das hörst, folt Du wifsen dass Mir dein Brieff genZell am Untersee kommen, Du hast auch in meinemBrieff wohl verstanden, wie ich Dir geantwortet hanvon der Wapen und defs Turnay wegen; Nun han IchDir gefchrieben, dass Du herauf}' kommest, da woll Ichmit Dir reiten für Herrn. Ritter und Knecht, ob Du zudem Turnay gehörst, und ob Du oder dein Vordem dasgethan haben, dass Ich doch Hindert erfinden kann:Nun hast Du Mir zween Brieff geschrieben, dass Ichallweg nicht daheim gewesen bin auff die Zeit, dadein Brieff kommen find, von Herrn Geschäft und mei-ner Nothdurfft wegen, dass Ich Dirs nicht verantwortenmocht bis jetzo. Nun schreibest Du Mir in deinemletzten Brieff, Du gehörest zu allen guten Dingen, alswohl Ich. Schreib Ich Dir von des Turnay wegen, daIch von geredt han, das Ich nit laugnen will: Duschreibst 5lir, dass Ich mein Weych und Pücher aus-richt, dass hab mann Mir bafs vor gut, dann Ritter-liche Ding ze treiben: Ich hoff und mag das wohl wei-sen dass Ich mein Weych und Pücher und mich selbbis daher bracht hab, dass ich ze allen RitterlichenDingen wohl gehör und bafs denn Du: Nu schreibstDu Mir, Du seyst gewesen in der Herrschaft zu Tett-nang, das mag wohl feyn, da woltest Du Mich geweisthan, dass Du zu Ritterlichen Dingen und zu den Tur-nay wohl gehörest. Ich han gevedt und schreib von desTurnay wegen: Nu fchreibst Du Mir für deinen HerrnGraff Heinrich zu Tettnang, vor dem Ich nichts zeschaffen han, noch kein meiner Vordem, umb folichnoch umb kein Sach nie für Ihn gehörtn. Willt Du derSach nun ein kurtz End haben, fo komm in des obge-schriebenen Durchleuchtigen Hochgebohrnen Fürsten,Hertzog Ludweigs, oder in des Wohlgebohrnen HerrnGraff Eberhards von Württenberg Hoff, in beeder HerrenHoff einen Du wilt, der doch einer ein Hoff zu Schwa-ben ist dannen Wir gebohren feyn, wenn Du Mich wei-sest in der Hoff einen, dass Du und dein Vordem zudem Turnay gehören, und gethan haben in tutfehenLanden, dass unfer Aehnen und Vettern, die den Tur-nay gethan haben, fo Mich wohl betragen: Lust Dichdenn fürbas Muthwillens gen Mir, des will Ich Dir zeStund statt thun mit Fechten Ritterlichen zu Rofs ge-wapnet, wie jeglichen Verlust, mit geleichen Spiefen rSchwerdten, und geleicher Wehr, umb Geld oder umbfunst, oder umb ein grün Kräntzl: Wilt Du das allesalfo thun und auffnehmen, so komme in der obigenHerren Hoff einen des Suntags nach Sant Michels-Tag,und lafs Mich das ein Moneith vor in deinem Brieff genHueting bei Ingolstadt wifsen: Bedarfst Du den ichtGelayds; des Hoff Ich Dir genug ausstragen, ausge-nommen was Wir mit Uns beyder Leib mit einanderzu fchaffen haben. Versigelt unter Praun des GüfsenInsiegel von Prenntz, wann Ich des meinen die Zeitbey Mir nichten hat. Geben ze München am Pfingst-Tag nach Erafsm-Tag, des H. Märtrers. AnnoM.CCC.LXXXXVIIII. (L. S.) Seitz Marschalck zu Obern-dorff, der Jünger.
42) Graf Heinrich von Montfort beurkundet, dassSeitz Marschall von Oberndorf auf den von dem Rosen-hart nach Tettnang bestimmten Tag nicht erschienensei; d. d. Tettnang, Montag vor St. Jörgen 1399.
Wir Graff Heinrich von Montfort, Herr zu Tettnang,thun kund allen Herrn, Fürsten, Graffen, Freyen, Ritterund Knechten, Städten und Manniglich, Als von derStütz und Mifsheller wegen, die da find zwischen demEhrbarn und Vesten Rappern von Rosenhartz uff einemTheil, und uff dem andern Theil Seitzen Marschalck