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Geschichte der Heraldik. Anhang.
34) Erzbischof Adolf von Mainz macht seinen Pfei-fer Brachte zum König fahrender Leute durch dasganze Erzbisthum. d. d. Gernheim 9. Dez. 1385.
Wir Adolf-------E. z. M.-------Bekennen-------
daz wir Brachte unsern Phiffer u. Diener zum Kunigefarender Lute durch alle unser Erzbisthum und Lantgemacht han; und geben yme alle Friheit u. recht, alsfarender lute Kunige bisher gehabt hant, und habensollen, wie die genant fin; Wann er fich vor dem Be-sefse, den unfer Veter Ertzbifchoff Gerlach selige, unddie Marggrafen zu Missen taden vor dem Saltza ingeinwertikeit viel Fürsten, Graven, Herren, und anderguter Lute, als wol und erlich gehandelt hat, als wir
des vorgenannten — — — Ertzb. Gerlachs------- offen
Brieffe mit finem grofen anhendenden Ingefigel gefehenhan; Alfo daz wir demselben unserm Pfiffer des Kunig-riches für andern farenden Luden billich gunnen u.lihen wolden.
Davon so bidden wir alle Fürsten, Grafen undHerren, und alle gude Lude, daz fie demselben unsermKunig sunderlich Gunstis bistendig und beholffen sinzu finem Rechten, durch unser Bede, und finer Froin-keit willen. Daz ist uns sunderlich wol zu Dancke.
Des zu Urkunde-------— Datum Gernsheim in
crastino Conceptionis beatae Mariae Virginis AnnoDomini M.CCCLXXXV.
[Gudenus Codex diplom. III. 578.]
35) Johann v. Hetterscheid gestattet dem Johannv. Kukelsheim, seinen Helm mit dem schwarzen Ebers-kopfe und den weissen Eselsohren künftig zu führen,auch auf dessen eigene oder Bruders Erben dieses Hechtzu übertragen. 138S. 15. August.
Ich Johan van Hetterschede doe kont end keulichallen luden und betuege apenbare in dessen brieue vurmy end vur myne eruen und vur myne naekomelinge,dat ich mynen Helm mit deme zwarten Euers koppeende mit den wytten Esels oeren dat ich den Johannevan Kukelsheim gegheuen hebbe ende geue, also datJohan van Kukelshem den heim vueren mach toe ernstetoe spotte nu vortmer alwege, waer eine dat gedelichis end waer ome des lustet. Vortmer of dat sakewere, dat Johans eruen von Kukelshem of sins brodereruen des lustede, dat se den heim vurgenant gerneorberden end vuerden, so geue ich Johanne van Kukels-hem de macht van maeschap willen ende vanvrontschap wyllen dat he den heim vurgenant machvoirt geuen to vueren syns broeder eruen ende syneneruen nakomelingen, und ich Johann van Hetterschedeheb dys to eme gantzen tuegen der warhet myn zegelan desen breif gehangen.
Datum anno d. M. CCC. LXXXVI ipso die assump-tionis b. Marie virginis.
[Lacomblet Urkundenbuch für die Geschichte desNiederrheins Bd. III. S. 805.1
36) Stephan Pfalzgraf bei Bhein und Herzog zuBayern ertheilt den Toplern in Rothenburg a/d. T.einen Wappenbrief d. d. Donauwörth 5. Jan. 1392.
Wir Stephan von Gottes Gnaden Pfalzgrave beyRhein vndt Herzog in Bayrn etc.
Bekennen öffentlich mit dem brieff, dass wir vonbesonder dinst wegen, die vns Heinrich Topler zu Rot-tenburg an der Tauber bisher gethan hatt, v. nochhinfür thun soll, verlihen haben vnd auch leihen mitkrafft diss Brieffs die gegenwärtigen wappen, mitschwarz vnd weiss in dem schild mit zweyen Würffeien,vnd also auff dem Helm in einer gelben krön, also dasser vnd seine erben die ewigklichen wohl führen vndzeigen mögen zum schimpff vnd zum ernst allenthalbenvnd wo sie wollen, als wir die Herschaft zu bayren,vnd das Fürstenthumb daselben möglich vnd von altenrechten vnd gewonheit angebürt wappen zu vernewrn,
vnd verfallene zu leihen einem jeglichen der vns darzugefeit, vrkundt diss briefs, den wir dem obgenandenTopler vnd seinen Erben mit vnsern insiegel versigleten,geben zu Schwäwischen Werde, an der heiligen dreyerKönig Abendt nach Christi geburt 1392 jähr.
Vnnd wir Michael von Gottes Gnaden, Probst zuVnser Frawen Capellen des Königlichen Saals der Stattzu Nürmberg. etc. etc. (Folgt Vidimus des Probstes).Geben am Freytag nach S. Margaretentag als mau zaltnach Christi geburth, 1472 jähr.
[Aus dem Abdruck in: Siebenkees, Vorträge zumteutschen Rechte V. S. 82 ff. Nürnberg 1789.]
37) Wappenbrief für die Vintler. 1393. 5. Jannar.
Wir Albrecht von G. G. Hertzog zu Oesterreich,zu Steyer zu Kärndten und zu Krayn, Gräfe zu Tyroletc. bekennen öffentlich mit dem Brieff, dass für unskommt unser lieber getreuer Niclas der Vintlervon Bozen, unser obrister Amtmann bey der Etsch,und legt uns für, wie uns die Wappen von weylandseines Vettern Reimbrecht seel. vom Thurn zu Bozenabgestorben und ledig worden wären, und bath uns,dass wir ihm und Frantzen seinem Bruder, und mitsamt ihm, weyland Hansen seel. des Vintler ihres Brü-dern Söhnen, die verleihen geruhten, dass haben wirgethan und haben als Landsfürst und Herr unsers Für-stenthums zu Tyrol den genannten Niclasen und FrantzenGebrüdern den Vintlern und mit samt ihnen weylandHansen seel. ihres Bruders Söhnen, auch ihr aller Erben,dieselben Wappen von Gnaden verliehen, und leihenauch mit dem Brieff, was wir ihn zu recht daran leihensollen oder mögen, auff dass sie zu allen ritterlichenSpielen, Schimpf und Ernst die führen und nützen sollenoder mögen, als Wappen und Landsrecht ist, und seynddas die Wappen, ein Schild von Gold und darinnen drey
schwartze Perntatzen ohn Zeckel im Ph.....ge-
stratzet, item auff den Helm zwey Perntatzen mit
Zeckel gekrönt von Gold, gerocket auff —------- —
haben. Mit Urkundt dieses Brieffs, Geben zu Wien, ander II. drey König Abend Anno 1393.
[v. Meding Nachrichten von adelichen WappenI. 633.]
38) Pfalzgraf Ruprecht der ältere ernennt denPfeifer Wernher von Alzei zum König der fahrendenLeute in seinem Lande und Gebiete. Heidelberg 5. Aug.1393.
Wir Ruprecht der elter etc. bekennen offinbar mitdisem brief, das wir Wernhir Pfifer von Altzei unserrecht hovegesinde in allem unserm lande und gebieteubir alle varnde lute zu ku*nge gemacht haben, allefurgabe und recht zu haben vor allen farnluden, *alsfarnlude kunige billich und von gewonheide vor andernfarnluden haben sollen, an alle geverde, alle zijt, diewile er lebet. Urkunde difs briefes verfigelt etc. DatumHeidelberg anno (13) lxxxx tercio, tercia feria post vin-cula Petri.
[Aus einem Copialbuch in Moue's Zeitschr. f. <*•Gesch. d. Oberrheins, 9, 127 f.]
39) Herzog Albrecht von Oesterreich verleiht demWeickardt von Pohlheim das Wappen der abgestorbenenTotzenbecken. 1394. 23. März.
Wir Albrecht von gottes gnaden, hertzog zu Oester-reich zu Steyer zu Kärnten vnd zu Crain, graf zu Tyrol,bekennen, dafs für vns kumen vnfer getreuer lieberWeickardt von Pohlheim, und bat uns fleifsiglich, daiswir ihm von gnaden zu verleihen geruheten difs nach-geschrieben wappen, schild und heim, wann uns dievom Mauritzen dem Totzenbecker seeligen wären an-gefallen, und ledig worden, das haben wir gethan undhaben ihm dieselben wappen durch der dienst willen,die er vns jetzten gethan hat, vnd hinfur thun foll und