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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. V. 3.

Recht hühsch nehmen sich auch aus hinter denSchilden in's Andreaskreuz gelegte Schwerter, Hieber,Jagd- und Kriegsgewehre; dies ein Wink für Studen-ten, Jäger und Soldaten."

Die Buchhandlung von F. W. Gadow und Sohnerrichtete 1854auf vielfache Nachfragen" im Meinin-gen und Hildburgbausen ein Wappen-Bureau. Sieerbot sich,den Wappen Suchenden ihre Wappen, wennsie deren bereits besitzen, heraldisch richtig mit Gold,Silber und in brillanter Farben nebst richtigen Zeich-nung malen zu lassen."

Weiter:Wer kein Wappen besitzt und sich einswünscht, dem erbieten wir uns, nach den in vorliegen-der Schrift 1 ) ausgesprochenen Grundsätzen eins zuwählen und ihn dadurch vor dem Unrecht zubewahren, das so Viele begehen, indem siesich verleiten lassen, das erste beste, ihnengar nicht, sondern andern Familien zuge-hörende Wappen sich anzueignen, wodurch ebenso wohl Verlust, als später Verwirrung entstehen kann."

Der Preis für einfachere Wappen war 15 Silber-groschen.

Dieses einzige rechtschaffene Wappenbureau, vondem ich bis jetzt gehört habe, kam leider nicht zu demerwünschten Aufschwünge. Ludwig Bechstein, die lei-tende Kraft, fing an zu kränkeln und musste demUnternehmen sein Interesse entziehen.

Die Wappenfabriken sind in den letzten Jahrenwie Pilze aus der Erde geschossen. Am meisten Lärmmachen zwei Concurrenzanstalten in Dresden, von denenjede Norddeutschland mit einem Netze von Comman-diten überzieht, die sich häufig, sobald sie das Geschäftkennen gelernt haben, selbstständig machen.

In die gelegensten Blätter werden Inserate einge-rückt wie das folgende, in dem ich nur die Firma weg-lasse :

Genaueste Auskunft über Familien und Wappen.Stammbäume. Diplome. Malereien jeder Art. Gravir-und Präg-Anstalt. Edelsteinschneiderei. Institut fürGenealogie und Heraldik. Richtiger Bescheid für 60 Pf.in Marken."

Der Einsender der 60 Pfennige braucht nur seinenNamen anzugeben. Die Wappenfabrikanten schlagendann den alten Siebmacher, die AbtheilungBürger-liche Wappen" des neuen Siebmacher oder irgend einAdelslexikoii nach. Finden sie unter dem angegebenenNamen kein Wappen so genügt auch schon eine Aehn-lichkeit des Namens; ein Hoch d anz erhält z. B dasWappen der Grafen von Hochberg.

Für die 60 Pfennige wird aber nur eine Beschrei-bung des Wappens gegeben, einzelne Anstalten fügeneine Durchzeichnung in Umrissen bei. Einigegenea-logische" Notizen, die natürlich mit der Familie desFragestellers so wenig in Zusammenhang stehen, wiedas Wappen, werden nach einer Schablone zusammen-gestoppelt. Schließlich wird der Besteller in beweg-lichen Worten ermahnt, sich das Wappen von derAnstalt in Malerei etc. ausführen zu lassen.

Die Unwissenheit der Wappenfabrikanten machtsich in ihren Ausfertigungen häufig in der behaglich-sten Weise breit. Wir werden einen Herzog Rudolfvon Lothringen kennen lernen, der nachher Kaiservon Oesterreich wurde. Es wird vom Thurgau,wie von einer Stadt gesprochen. Kaiser Wenzel be-auftragte den Kupferstecher Siebmacher mit der Her-ausgabe eines Wappenbuches! In Bezug auf Satzban,Rechtschreibung und Wortformen gestatten sich dieHerren die größten Freiheiten. Unbegreiflich ist esnach alledem, wie diese erbärmlichen Machwerke unter

1) Der kleine aufrichtige und volksthümliche Herold.

Leuten, die sich zu denbesseren Ständen" rechnen,Käufer und Gläubige finden konnten.

Ich lasse nun, um die Mache zu kennzeichnen, einekleine Auswahl vou Wappenertheilungen folgen.

Zu der erstenUrkunde" bemerke ich, dass dieaus Schwabacher Schrift gesetzten Theile vorgedrucktes.Formular sind.

Befcbreibitngbes Rebholz fcben Stamm unb <8efd;lecbts > lüappenbie Rebholz aus Franken ftammenb finb eines fefjr gutenunb alten (Sefdjlecbts unb fiiqvcn in einem rothen Schild

2 gelbe Sterne von einem weissen Sparn getrent, ausdem Grünen Grund ein Rebe an der Stange, auf denHelm eine Krone, darauf die Rebe, die Helmdecke rothgelb und weis,

wie fold;es Waffen in t>en

paul jwft'fdjen IDappenbucb .... (Er/eil. pag.

ijunbius Stammbuch.......

üyroffifer/en IDappenwerf .....

3ob. ITCart. oZinjingers Sayerifcben £öroober in ben gednfdjcu IHanufcripten befdjrieben 3U' ftnbertunb bem S. p. (L £jerrn Gemeinde-BevollmächtigtenXav. Rebholz in Mindelheim als beffen Stamm- unb ö3e*fd^Iedjtstrjappen, nad; ben r/eralbifdjen Hegeln entworfenunb ausgemalen, tjiemit erteilt unb ausgefertigt tpirb, be<urfunbet anbureb,

münebeu ben 9teu Juny 1832.Carl SeligerTaxe fänigl. becrettrter biplomatifdjer

für Schreibgebühr 17'/i IPappenmaler unb q. KcSnigf-

für Malergebühr 35 Hegierungs-Kan^lift

52«/ jf r in ber IHüllerftrafje ZTo. 660in ITCündjen.

Genealogische Notizen über das Wappen und Ge-schlecht Slaby.

Ein viermal getheilter Schild zeigt im lsten blauenFelde einen goldenen Balken. Das 2te Feld ist längsgetheilt, wovon die lste Hälfte silbern ist, die zweiteHälfte ist halb roth, halb blau. Das 3te goldene Feldzeigt einen blauen Balken. Das 4te längsgetheilte Feldist links blau und mit einer goldenen Krone und einersilbernen Lilie geschmückt, die rechte halb rothe undhalb goldene Hälfte ist mit einem schwarzen Ankergeschmückt, lieber dem gekrönten Helme erhebt sichein silberner Schild mit einem blauen Balken und den

3 Buchstaben F. M. R. die Helmdecken sind silbernund blau.

Slaby. Ein vornehmes Patriciergeschlecht, stammtaus der Schweiz und war schon im 13ten Saeculo tour-nierfähig.

Robert Slaby hat 1283 zu Basel den Preis erkämpft-Gotthardus Slaby hat mit dem Herzoge Rudolph vonLothringen, nachmaligem Kaiser von Oestreich dieSchweiz verlassen, um mit demselben nach Oestreichzu gehen, wo er sein Geschlecht fortpflanzte.

Ihr Wappen vermehrt* und verschönerte sich vonZeit zu Zeit immer mehr, so z. B. hat Friedrich SlabyBischof zu Kran in Ungarn das Motto der 3 BuchstabenF. M. R. (fidelio, Miseria, requies) erhalten. Nach sei-nem Tode setzte die Familie den Schild mit den 3 Buch-staben auf den Helm. Das Epitavium ist in der Dom-kirche zu Kran zu finden.

Otto Slaby war Baumeister zu Leitmeritz und starb1710, und hinterliess eine zahlreiche Familie.

Wilhelm Slaby war Prediger zu Ausich. Sein Sohnhat sich als Häuptmann im Laufe des französische»Krieges berühmt gemacht.

Das Wappen ist in Stumpfs Schweizerchronik zufinden.

Die Beschreibuung in verschiedenen Büchern.A. Schultze Wappenmaler.Berlin Leipzigerstr. No. 68.