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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. V. 1.

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Verschiedene Städte, so Hamburg, Bremen, Cölnam Rhein, Aachen, Genf, erhielten das Abzeichen derbonnes villes.

Die Stadt Hamburg erhielt folgenden Wappen-brief d. d. St. Cloud 13. Juni 1811'):

Napoleon par la Gräce de Dieu Empereur des Fran-sais, Roi d'Italie, Protecteur de la Confederation duRhin, Mediateur de la Confederation Suisse, ä tous pre-sents et ä venir Salut:

Par notre decret du dix sept mai mil huit centneuf, nous avons determine que les Villes, Communeset corporations qui desireraient obtenir des lettres pa-tentes portant concession d'armoiries, pourraient, apress'etre fait prealablenient autoriser par les autoritfes ad-ministratives competentes, s'adresser ä notre cousin lePrince Archichancelier de l'Empire, lequel prendraitnos ordres ä cet effet.

En consequence, le Maire de notre bonne ville deHambourg, duement autorise, s'est retirö pardevantnotre cousin le Prince Archechancelier de l'Empire, äl'effet d'obtenir nos lettres patentes portant concessiond'armoiries.

Et sur la prfesentation qui nous a ete faite del'avis de notre Conseil du Sceau des titres et des con-elusions de notre Procureur gfeneral, nous avons auto-ris§ et autorisons, par ces presentes signees de notreMain, notre bonne ville de Hambourg ä porter les ar-ttoiries telles quelles sont figurees et coloriees aux prä-sentes, et qui sont: d'argent au Chäteau, crenele, don-jonne de trois tourelles terminees en Dome de gueulesoutenu de Sinople, au chef des bonnes villes de l'Em-pire qui est de gueules a trois abeilles en Fasce d'or;pour livrees, blanc, rouge, jaune, verd, le verd en bor-dure seulement: Voulons que les ornemens extferieursdesdites armoiries consistent, en une Couronne murale»sept creneaux, sommee d'une aigle naissante, pourCimier, le tout d'or, soutenu d'un Caducee du meme,Pose au dessus du chef et aiiquel sont suspendus deuxPestons servant de Lambrequins, Tun ä dextre de chene,l'autre a sfcnestre, d'olivier, d'or, noues et rattachespar des Bandelettes de gueules.

Chargeons notre cousin le Prince Archichancelierde l'Empire de donner-communication des presentes auSenat et de les faire transcrire sur ses registres. Cartel est notre bon plaisir. Et afin que ce soit choselerme et stable ä toujours, notre cousin le Prince Ar-chichancelier de l'Empire y a fait apposer, par nosordres, notre grand sceau, en presence du Conseil dusceau des titres.

Donne en notre Palais de St. Cloud, le Treiziemejour du Mois de Juin, de l'an de gräce mil huit centonze.

(sign.) Napoleon.Scelle le vingt Juin mil huit cent onze,Le Prince Archichancelier de l'Empire,(sign.) Cambaceres.

Die Stadt Aachen erhielt ein ganz neues Wappen:Unter dem rothen Schildeshaupte mit den drei goldenenBienen in Gold einen blauen Reichsapfel, begleitet vonVier gestümmelten schwarzen Adlern 2 ).

v. Hefner bemerkt dazu:die gestümmelten AdlerUm den Reichsapfel dürften sich unschwer als eineIronie auf den durch Napoleon herbeigeführten Unter-gang des deutschen Reiches, dessen KrönungsstadtAachen war, auslegen lassen."

1) Nach einer, mir aus dem Staatsarchiv zu Ham-burg gütigst mitgetheilten Abschrift._ 2) Abgebildet im Neuen Siebmacher, Städtewappen* af. 33.

Im Wappen von Bremen wurden die Farbengeändert (schwarzer Schlüssel in Gold, statt silbernin Roth) und das Wappenbild gestürzt.

In Bayern wurden mehrfach Städtewappen nachfranzösischem Muster verliehen, oder doch zur Beloh-nung militärischer Verdienste geändert:

Der Markt Burgau erhielt von König Max Josepham 8. Juni 1813 folgendes neue Wappen:

Ein aus weissen Quadersteinen erbauten, und obenmit vier Zinnen versehenen altgothischen Thurm imblauen Felde. Der Thurm hat unter den Ziunen zweiSchussscharten und unten ein offenes Thor, zu seinenbeiden Seiten steht rechts und dann auch links eingrüner Tannenbaum. Oben auf dem Schilde liegt an-statt eines Helmschmuckes ein Korb mitgoldenen Garben, und um den Schild hängen ab-wechselnd mit blau und - weissen Bändern befestigteGuirlanden, die eine rechts von Eichen- und dieandere links von Lorbeerlaube."

Also ein Wappen der französischen Städte III.Classe.

Drei Ministerial-Erlasse vom 31. Decbr. 1809 be-sagen :

I.Die Bürger und die National-Garde III. Klassezu Abensberg erhält zur Belohnung ihrer Bürgertugen-den und Verdienste, welche dieselben während und nachder dort gelieferten Schlacht sich erworben hat, einneues Siegel, das derselben in vorkommenden Geschäftenzu führen erlaubt ist, und dessen sich auch die StadtAbensberg zu bedienen hat: bestehend zur Hälfte ineinem mit abwechselnden, theils silbernen, theils lasur-nen Rauten oder Wecken geschmückten Schilde, undin der andern Hälfte in dem bisherigen AbensbergerWappen, einem diagonal getheilten Schilde, dessen obe-rer Theil von Silber der untere aber schwarz ist: inder Mitte befinden sich zwei über das Kreuz ge-legte Schwerter, wovon die Griffe von Gold,die Klingen aber von Silber sind."

II.Ebenso wurde den braven Bürgern und Natio-nalgardisten in Cham ein bleibendes ihre Bürgertugendennoch in den spätesten Zeiten ehrendes Denkmal durchVerleihung eines neuen Siegels begründet, dessen sichauch die Stadt Cham zu bedienen hat: bestehend ineinem abwechselnd mit silbernen und lazurnen Rautenoder Wecken gezierten Schilde, in dessen Mitte zweiüber das Kreuz gelegte Schwerter, derenGriffe vonGold, dieKlingen aber vonSilbersind, sich befinden."

III.Die Bürger und National-Gardeu III. Klassezu Kellheim benahmen sich unter Anführung ihres wür-digen Hauptmanns Franz Xaver Zenetti durch Arreti-rung von mehr als 500 Marodeurs und Traineurs durchpersönlichen Muth bei Streifzügen und Patrouillen, dannin Ausführung der zur Aufrechterhaltung der innerenRuhe und Sicherheit, wobei sich der OberlieutenantGeorg Dölzer, dann Lieutenant Träger und Anton Rei-ter auszeichneten, erforderlichen Anstalten, vorzüglichrühmlich, und diesen braven Anführern ward die aller-höchste Zufriedenheit bezeugt, der National-Garde III.Klasse zu Kellheim aber, um ihre Bürgertugenden zuehren, und dafür ein bleibendes Denkmal zu geben,ein neues Siegel verliehen, welches zu führen auchdie Stadt Kellheim berechtigt sein soll und welches ineinem abwechselnd theils mit silbernen theils lazurnenRauten oder Wecken geschmückten Schilde besteht, indessen Mitte ein aufrecht stehender gekrönter rechts-sehender goldener Löwe sich befindet, der in der rech-ten Pratze ein blankes Schwert in der linken aber eingoldenes Szepter hält."

Auch hier liegt eine Nachahmung der napoleonischehHeraldik vor.