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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. V. 1.

giebt ein blauer mit Hermelia gefütterter und mit

foldenen Bienen bestreuter Mantel, den eine blaue mit[ermelin verbrämte Mütze (bounet d'honneur) bedeckt.Das Wappen der Herzoge besteht in einemquergetheilten Schild, dessen obere rothe Hälfte mitsilbernen Sternen bestreut ist. Die Toque ist mitHermelin verbrämt, die goldene Spange mit 7 Federnbesteckt, der Mantel mit Veh ausgeschlagen. (Helm-decken wie oben).

Grafen.

Das allgemeine Kennzeichen der Grafen ist einblaues Frei viertel.

Grafen-Senatoren: das Freiviertel enthält einesilberne Schlange, welche sich um einen goldenenSpiegel windet und sich darin besieht; vier Helm-decken die oberen von Gold, die unteren von Silber;Toque von schwarzem Sammt mit Gegen-Hermelin ver-brämt; Spange von Gold und Silber mit 4 Federn.

Graf en- Erzbischöfe: das Freiviertel enthältein goldenes Kreuz. Ueber der Toque erhebt sich dasdoppelte erzbischöfliche Kreuz und der rothe Hut mitje 15 Quasten.

Militär-Grafen: das Frei viertel enthält einaufrecht stehendes Kreuz mit silberner Klinge undgoldenem Griffe.

Grafen-Minister: das Freiviertel enthält einengoldenen Löwenkopf.

Gräfe n-Staatsräthe: das Freiviertel ist vonGold und Blau geschacht.

Präsident des gese tzgebenden Körpers:das Freiviertel enthält goldene Gesetztafeln.

Offi eiere vom Hause des Kaisers: dasFreiviertel enthält eine aus zwei goldenen Säulen be-stehende mit goldenen Giebel bedeckte Vorhalle, aufderen Seiten die Buchstaben D. A.

Minister, im Auslande angestellt: das Freiviertel«nthält einen silbernen Löwenkopf.

Offiziere vom Hause der KaiserlichenPrinzen: die Vorhalle wie oben, mit dem BuchstabenD. I.

Präfecten: das Freiviertel enthält eine Mauermit drei Zinnen, über der ein goldener Eichenzweigliegt.

Maires: das Freiviertel enthält die Mauer ohneEichenzweige.

Präsident des Wähle ollegiums: das Frei-viertel enthält drei goldene Rauten.

Mitglied des Wahl collegiums: das Frei-viertel enthält einen quer liegenden goldenen Eichen-zweig.

Güter-Besitzer: das Freiviertel enthält eineaufrecht stehende goldene Aehre.

Barone.

Die Barone haben ein linkes rothes Freiviertel,die Toque ist von schwarzen Sammt mit Gegen-Veh,und silberner Spange, zwei silberne Helmdecken!Die Figuren sind in der Kegel wie oben, jedoch vonSilber. J

Die Barone, welche Bischöfe sind, haben imdreiviertel ein goldenes Bischofskrenz, ober dem Schildeinen grünen Bischofshut mit 10 Quasten.

Die zum Staatsrath gehörigen Barone führen<las Freiviertel von Roth und Gold geschacht.

Die ünterpräfecten haben eine silberne Mauerofine Zinnen und einen silbernen Olivenzweig

Präsident und General-Procuratoren desCassations-Genchtes: eine silberne Waage.

Präsident und General-Procuratoren deranderen Gerichtshöfe: schwarze Toque mit Her-melin aufgeschlagen.

Gesundheits-Beamte bei der Armee: eindie Spitze abwärts senkendes Schwert.

Gelehrte: silberner Palmzweig.

Ritter.

Die Bitter führen das Kreuz der Ehrenlegion inirgend einer Abtbeilung des Schildes. Eine Toque vonschwarzem Sammt, grün aufgeschlagen mit silbernemReiherbusch.

Städte.

I. Classe (bonnes villes): ein rothes Schildeshauptmit drei goldenen Bienen; goldene Mauerkrone vonsieben Zinnen, über derselben ein zur Hälfte hervor-ragender Adler. Quer zwischen Schild und Krone einMerkursstab, an dem rechts ein Gewinde von Eichen-laub, links ein solches von Olivenblättern befestigt ist.

II. Classe: rechtes blaues Freiviertel mit demgoldenen Buchstaben N. Silberne Mauerkrone mit 5Zinnen. An dem Merkursstab rechts ein Oliven-, linksein Eichenlaub-Gewinde.

III. Classe: linkes rothes Freiviertel mit dem sil-bernen Buchstaben N, von einem Sterne überhöht. AnStelle der Krone ein mit goldenen Garben gefüllterKorb mit zwei Oliven-Guirlanden.

Der Großherzog von Berg führte 1 ) folgendes Wap-pen:im blauen Schilde ein silberner Anker als Groß-admiral des französischen Reichs. Rechts von derMitte des Ankers schreitet ein rother Löwe, wegenBerg, links befindet sich ein silberner Haspel von achtRadien oder Sceptern, wegen Cleve. Auf der Mittedes Ankers steht ein blauer Herzschild mit dem goldenenAdler, weil der Großherzog französischer Prinz von Geblütwar. Das Wappen umschließt das Großkreuz der Ehrenlegi-on. Die Wappendecke ist mit goldenen Bienen besäet undmit der großherzoglichen Krone gedeckt. Ihr zur Seiteragen kreuzweis zwei Marschallsstäbe hörvor."

Die Ritter-Toque kommt in Bayern mehrfachvor, jedoch in mehr willkürlicher Behandlung der Form.Vor allem ist hier der Ritter Carl Heinrich von Lang,zu nennen, der 1818 als Kreiskanzleidirector des Rezat-kreises (Ansbach) in die Adels-Transmissions-Matrikeleingetragen wurde. Ferner ein Generalzolldirector Jo-seph v. Müller (immatr: 1813), ein Ritter von Amiraund ein Ritter de Troge.

Ein Groß - Kommenthur des militärischen Max-Jo-seph-Ordens Drouet d'Erlon (am 8. Jan. 1825 fürseine Person in die Ritterklasse der bayerischen Adels-matrikel eingetragen) führt das Freiviertel der Militär-Grafen, eine hermelinverbrämte Toque mit fünf blau-silbernen Federn.

König Friedrich von Württemberg erhob durc«Diplom d. d. Ludwigsburg 27. Mai 1813 den General-Lieutenant und Divisionaire Friedrich von Franquemontfür die Verdienste, die er sich in den Schlachten vom20. und 21. Mai (Bautzen!) erworben hatte, in denGrafenstand und verlieh ihm an Stelle des HelmseineEhren-Mütze oder Toque von rothem Sammet mit gol-dener Spange, worüber sich drey Federn schwarz, gel»und roth gefärbt erheben."

1) Nach Jägers Zeitungs-Lexikon III. Bd. Lands-hut 1811 8. 684, eine gute Quelle für die unterNapoleon eingetretenen Veränderungen.