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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 5.

thun .... Daher fanget man auch an die altenTeutschen Wappen, zum Exempel mit Weglassung desHelms, welcher ais ein wesentliches Stück von keinemTeutschen Wappen wegbleiben kan und darf, auf gutFranzösisch zu bastardisiren.

Hernach so schicket sich ein Franziscaner Strick,auch seinem wahren ursprünglichen Gebrauch nach beyden Wappen gantz und gar nicht für eine verwittweteEvangelische Prinzessin. Der Glaubwürdige Menetrierim Origine des Ornemens exter. des Armoiries p. 161erzehlet uns denselben folgendergestalt. Der letzteHerzog in Bretagne, Franciscus, war ein grosser Ver-ehrer des heiligen Francisci von Assissi und beziertedahero auch sein Wappen mit einem solchen knotigten

Strick, als womit sich derselbe hatte zu umgürten pflegen.Seine eintzige Tochter, die Prinzessin Anna that ihmdieses nach, theils aus kindlichem Respect, theils ausangestammter Devotion, noch ehe sie mit König Carl VIII.in Franckreich vermählet ward. Ihre Tochter die Prin-zessin Claudia, König Francisci I. Gemahlin, folgte ausgleichen Ursachen ihrem Beyspiel. Solchergestalt istder Franziskaner-Strick nicht einmal ein Wittwen-Zeichenvon diesen beeden Königinnen, sondern in ganz andererAbsicht geführet worden. Die Louise von Savoyen K.Francisci I. Mutter aber, nahm denselben als Wittwezuerst an und machte daraus eine Königliche Praero-gativ."