Geschichte der Heraldik. IV. 5.
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eine Krone zwischen Schild und Helm gesetzt werde. Alsdas schönste Beispiel einer solchen Darstellung bezeichneter das Wappen des damaligen Fürstbischofs von Würz-Wg, der wie der oben erwähnte Cardinal von Speyeraus dem Geschlechte Schönborn stammte.
In Hattsteiris Hoheit des deutschen ReichsadelsBand I. (Fulda 1729) kommen vor:
Freiher v. Kerckering: zwischen Schild und Helmeine Krone mit fünf Perlen.
Freiherr von Kesselstatt: zwischen Schild und Helmeine Krone von acht Perlen
Graf von Schönborn: zwischen Schild und Helmeine Laubkrone von drei Blättern mit (2) Zinken ab-wechselnd.
Graf von Stadion: zwischen Schild und Helm eineKrone von zehn Perlen.
Graf von Walderdorff- zwischen Schild und Helmeine Laubkrone.
Auf diese Weise hat sich die fatale, mit dem Geistedes deutschen Wappenthumes unverträgliche Rang-krone bei uns eingenistet und sich fast bis zumheutigen Tage erhalten
Einigen Theoretikern jener Zeit war bedauerlicherWeise das Rangkronen-Wesen der Franzosen ein idealerZustand. So sagt Budolphi (1698): „. ... und kommenin diesem Stück die Teutschen denen Franzosen beyweitem nicht gleich, als welche in ihren Schrifften, nachStandes-Hoheit einem jeglichen eine Krone zuzulegenbemüht sind.....
„Zwar ist nicht ohne, es haben seit einiger Zeit,auch bey uns unterschiedliche Personen angefangen,nierinnen den Franzosen nachzuahmen ; es scheint aber,Q ass sie mehr nach Belieben eine Krone erwählt, alsa &ss sie sich hierinnen nach der vorgeschriebenen Regelachten wollen."
Bussing schreibt (1713): „Die Franzosen habenhieruächst auch noch unterschiedliche andere, als Mark-grafen-Grafen- und Freyherren-Kronen. Denn denMarkgrafen geben sie eine Krone von 4 KleeblätternUnd zwischen gesetzten Perlen Büschen; denen Grafenein Perlen Krone; denen Baronen von 4 grossen Per-len. Von den deutschen aber ist dieser Unterschiednicht angenommen. Doch siehe, dergleichen Grafen-Kronen über dem Schilde der Grafen von Berg, Wolk-kenstein, Bronchorst."
Der Wappenschild der Grafen von Berg, welchenBussing abbildet, trägt eine Krone von 7 Perlen;Bronchorst: eine Krone von 11 Perlen, von denendie 1., 6. und 11 ungewöhnlich gross ist; Wolckenstein:e ine Krone von 7 Perlen. .
Zu den hier genannten Familien kommen bei Trier(1714) noch die Grafen von Wartenberg und die Grafenv on der Marck.
Diplommässig ist die Rangkrone in Deutschlandschon in der Mitte des 17. Jahrhunderts geworden.Zuweilen wurde sie — und das ist ein Gebrauch denman sich zur Noth gefallen lassen kann — zur Krön-ung der Herzschilde verwendet i).
Kaiser Ferdinand III. erhebt s. d. Regensburg'•Aug. 1641 den aus der dänischen Geschichte bekann-
v 1) Am besten war der Gebrauch in Dänemark:Jiönig Christian VI. von Dänemark erhol) s. d. Fried-«chsberg den 26. März 1784 den Christian Rabe auf«tücke mit dem Namen von Christiansholm in denJanischen Reichs-Grafenstand: „Es ist freigelassen, denöc nild entweder blos mit einer Grafen-Krone2, u . bedecken, oder drey offene Helme jeden von elfReifen und mit Gräflichen Kronen geziert, demselben«■«zusetzen 11 Meäing I. 455.
ten Comifiz Ulfeid in den Grafenstand. In dem felder-reichen Schilde befindet sich unter Anderem eine „g.Krone von fünf mit Perlen besetzten Zinken." „DenSchild bedeckt eine Perlenkrone mit fünf Zinken, wiedie oben beschriebene. Ueber demselben schwebt dasMonstrum (Wolfsadler) des Mittelschildes. Nebendieser Krone stehen schräg auswärts zwey mit ähn-lichen Kronen gezierte Turniershelme" 2 ).
Kaiser Leopold verleiht in dem Frei her rndiplomd. d. Laxenburg 11. Juni 1673 für Caspar von Schal-lenfeld : „ein Roth: oder Rubinfarbes Hertz- oder Brust-Schildlein mit einer Perlenen Güldenen Cron geziehret."In der Malerei ist die Krone mit 11 (sichtbaren) Perlenbesetzt.
F reiherrn diplom des Kaisers Leopold d. d. Wien3. Januar 1702 für die Gebrüder Johann Dominionsund Johann Joseph von Hochburg: Zwischen Schild undden 3 Helmen eine „Perlen Cron" mit 9 Perlen.
Die Familie von und zu Aufsess erhielt in ihremReichsfreiherrendiplom d. d. Wien 24 Novbr. 1714eine „Perlein-Cron" zwischen Schild und Helm. Die Malereizeigt fünf Perlen.
Grafendiplom des Königs August II. von PolenKurfürsteil von Sachsen d. d. Warschau 22. Dec. 1724für Friedrich August von Cossel u. dessen Schwestern(des Königs natürliche Kinder): Auf dem Schilde ruhtdie „Corona comitum" mit 9 Perlen.
Reichsgrafendiplom des K. Carl VI. d. d. Wien5. März 1725 für Don Raymund de Vilana Perlas,Marchese de Rialp : Zwischen Schild und den vier Helmeneine Krone mit 9 Perlen („Clipeum hunc denique Coronacircum gemmis et in summitate novem margaritis velperlis itidem ornata tectum . . .")
Böhmisches Freiherren diplom d. d. Wien 7. April1725 für Maximilian von Rainpusch: zwischen Schildund den zwei Helmen eine „frey herrliche Cron"nach der Malerei mit 5 Perlen.
Freiherrendiplom des K. Carl VI. d. d. Wien27. Juni 1729 für Heinrich Christoph von Busch : „einenmit einer Freyherrlichen Cron bedeckten . . . Schild",darüber zwei Helme. Die Krone hat 5 Perlen.
Grafendiplom des K. Carl VII. dd. Frankfurt a. M.24. Febr. 1742 für Samuel Freih. von Schmettau, dessenBruder und Vettern: „ein gelb- oder goldfarben miteiner goldenen und mit neun Perlen gezierten gräflichenCrone bedeckter Herz-Schild . . . Auf dem mit einerReichsgräflichen mit Edelgestein und (5) Perlen gezier-ten Cron bedeckten Schild ruhen drei... Turnierhelme."Auch der mittlere Helm ist mit einer neunperligenKrone bedeckt.
Reichs vicariats -Freiherren- Diplom des KönigsFriedrich August von Polen, Kurfürsten von Sachsend. d. Dresden 11. Sept. 1745 für die Geschwister vonHund: „den Schild bedecket eine Freyherren-Crone"nach der Malerei mit sieben Perlen.
Grafen diplom des K. Franz I. d. d. Wien 14. März1752 für Philippina Elisabeth von Friesenhausen, Ge-mahlin des Grafen Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe :„den ganzen Schild bedeckt oben ein mit Kleinodienund 9 Perlen gezierte gräfliche Krön" darüber dreiHelme.
Grafendiplom des Kaisers Franz I. d. d. Wien5. Juli 1760 für den Generalfeldmarschall Ernst Diede-rich von Marschall: „den gantzen Schild bedecket einemit Neun Perlen und Edelsteinen gezierteGräfliche Cron hinter welcher ein blau angelofenermit einem offenen roth gefütterten, gold gecrönten etc.Turniershelm versehener Harnisch hervorwachset."
2) v. Meding II. 618 f.